Ruhlamat in Marksuhl baut an

Brief aus Bad Salzungen: Es wird investiert

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stz-Redakteurin Marie-Luise Otto.

Um Investitionen geht es diesmal im Brief aus Bad Salzungen. Der Sondermaschinenspezialisten Ruhlamat in Marksuhl baut an. Die Solewelt erhöht die Tarife für das Bad und die Sauna.

Hallo, liebe Leserinnen und Leser in Hessen, vor 100 Jahren wurde in Weimar das staatliche Bauhaus durch Walter Gropius gegründet. Im Dezember 1924 war Gropius in Bad Liebenstein, um Pläne zum Bau eines Friedrich-Fröbel-Hauses vorzustellen. Zur Ausführung ist es aber nie gekommen.

In Bad Liebenstein wurde das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum zum Anlass genommen, um das Projekt „Spielhaus - Lernhaus - Bauhaus“ ins Leben zu rufen, das die Verbindung von Fröbels Pädagogik mit der Bauhaus-Lehre verdeutlichen soll. Immerhin entdeckte Friedrich Fröbel Anfang des 19. Jahrhunderts, dass Vorschulkinder, die im spielerischen Umgang mit Formen die geometrische Welt entdeckten, später höhere Leistungen in der Schule erzielten – Formen, die 100 Jahre später einen Boom in der Zeit des Bauhauses erlebten. Höhepunkt des Projekts war eine Festveranstaltung im Bad Liebensteiner Comödienhaus.

Beim Sondermaschinenspezialisten Ruhlamat in Marksuhl wird derzeit kräftig investiert. Das Unternehmen schafft mit einem Anbau an die Montagehalle 700 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche, um der gestiegenen Auftragslage gerecht zu werden. Beheizt wird der zirka zwei Millionen Euro teure Neubau mit umweltfreundlicher Erdwärme. In einem weiteren Neubau entsteht eine moderne, großzügige Lehrwerkstatt. Der Bedarf sei da, nicht zuletzt, weil Ruhlamat und das Nachbarunternehmen Hirschvogel im vergangenen Jahr eine Kooperation bei der gewerblich-technischen Ausbildung eingegangen seien, berichtet Geschäftsführer Thomas Mack. Bereits bezugsfertig sind die zehn zusätzlichen möblierten Appartements, die das Unternehmen für seine Mitarbeiter geschaffen hat.

Das Angebot, in der Woche auf dem Betriebsgelände zu wohnen, gibt es bereits seit einigen Jahren und werde gern genutzt. Studenten, Auszubildenden und Mitarbeitern, die weiter weg wohnen, könnten damit lange Pendelstrecken erspart werden.

Zum 1. Juli werden in der Bad Salzunger Solewelt die Tarife für das Bad und die Sauna erhöht. Gründe dafür seien steigende Personal-, Wartungs- und Stromkosten, erklärt Kurchef Daniel Steffan. Bewegte man sich in der Vergangenheit personell noch im Niedriglohnsektor, so musste man sich dem Niveau der Branche anpassen, um qualifizierte Mitarbeiter gewinnen zu können. In fast allen Bereichen wird nun ordentlich entlohnt. Das sei notwendig, um am Markt konkurrieren zu können. Aber für die Gebäudereinigung, den Wachschutz und handwerkliche Leistungen muss das Unternehmern deutlich tiefer in die Tasche greifen. Den größten Sprung nach oben gibt es bei den Nebenkosten. Inzwischen muss das Kurunternehmen 200 Prozent mehr für Wartungsarbeiten berappen. Zum einen, weil zusätzliche Anlagen, wie die Brandmeldeanlage, hinzugekommen sind, zum anderen sind die technischen Anlagen veraltet, haben ihre Lebensdauer erreicht und müssen häufig repariert werden.

marie-luise.otto@stz-online.de

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