Bund, Land und EU müssen mitziehen

Bald Glasfaser bis ans Haus? Breitband Nordhessen plant noch schnelleres Internet

+
In einem bundesweit einmaligen Kraftakt baut die Breitband Nordhessen derzeit ganz Nordhessen mit Glasfaser aus. Auch wenn die eingesetzte Technologie nicht mehr dem Standard entspricht, sie ist immerhin ein Anfang – und sie bildet die Grundlage für einen weiteren Ausbau des Glasfasernetzes, an dem die Breitband Nordhessen bereits arbeitet. Unser Symbolbild zeigt ein Glasfaserkabel mit mehreren farbig markierten Einzelsträngen.

Hersfeld-Rotenburg. Bis Ende 2019 wird die Breitband Nordhessen den Glasfaser-Ausbau auf 50-MBit-Niveau in unterversorgten Bereichen abgeschlossen haben - es ginge aber schneller.

Klar ist dabei: Übertragungsraten dieser Größenordnung entsprechen längst nicht mehr dem internationalen Standard. Die Breitband Nordhessen – ein Zusammenschluss von fünf nordhessischen Landkreisen, darunter auch der Kreis Hersfeld-Rotenburg – weiß das, und auch auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene scheint das inzwischen angekommen zu sein.

Doch Fakt ist: Voraussichtlich wird es nicht bei dieser Form des öffentlich geförderten 50 MBit-Internetausbaus mit Glasfaser nur bis zu den Verteilerkästen bleiben (FTTC-Technik, das letzte Stück zum Haus bleibt ein Kupferkabel). Wie die Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen Kathrin Laurier erklärt, arbeite ihr Haus bereits an der Vorplanung eines weiteren Internetausbaus im Giga-Bit-Bereich (1000 MBit pro Sekunde).

Fördermittel als Grundlage

Auch wenn konkret seitens des Bundes, des Landes und auch der EU noch keine entsprechenden Weichen gestellt wurden, ist ein Vorstoß in Richtung eines weiteren öffentlich geförderten Glasfaserausbaus bis hin zu den einzelnen Wohnhäusern zumindest zu erwarten (FTTB-Technik, 1000 MBit pro Sekunde). Bekanntlich fördern schon jetzt Bund und Land den FTTB-Ausbau in Randlagen des Landkreises, die von der Breitband Nordhessen bislang aus rechtlichen Gründen nicht ausgebaut werden durften. „Die aktuellen Strategien des Bundes und des Landes signalisieren klar, dem generellen Wunsch eines weiteren Ausbaus in Richtung FTTB Rechnung tragen zu wollen“, sagt Laurier. Doch müssten für einen derartigen Ausbau Fördermittel die Grundlage bilden, da sich ein flächendeckender Gigabit-Ausbau in Nordhessen betriebswirtschaftlich ohne Hilfen auch langfristig nicht trage. „So müssen Fördervolumina bereitgestellt werden, die die deutlichen Investitionskosten auch abdecken. Und es müssen förder- und beihilferechtliche Möglichkeiten geschaffen werden, um eine Weiterentwicklung des Glasfasernetzes in Richtung FTTB voranzubringen“, sagt Laurier.

Kathrin Laurier, Geschäftsführerin Breitband Nordhessen.

Zumindest die hessische Landesregierung habe auf dem diesjährigen Breitbandgipfel in Frankfurt signalisiert, dass sie sich dieser Thematik zusammen mit dem Projektträger des Bundesförderprogramms Breitband annehmen wolle.

„Jedoch wird unabhängig davon auch eine Einbindung von Bund und EU in jedem Fall notwendig werden“, sagt Laurier. Dabei ginge es in erster Linie um die Schaffung bestimmter beihilfe- und förderrechtlicher Rahmenbedingungen, die der Freigabe durch die EU-Kommission bedürfen. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Anhebung der Fördergrenze für die Mindestversorgung von bislang 30 MBit auf 50 MBit pro Sekunde.

Ob all das 2019 realisiert werden wird, steht natürlich in den Sternen. Sicher ist indessen: Erste Signale gibt es seitens des Landes, des Bundes und auch der EU. Und auch die Breitband Nordhessen arbeitet schon an entsprechenden Vorplanungen. (bon)

Kommentare