Warnung aus Kirchheim: Es fehlt an Führungskräften

GBI Schneemilch schlägt Alarm: Feuerwehrleute am Limit

Das Foto zeigt den Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch aus Kirchheim an einer der speziellen Waschmaschinen, die die Feuerwehr benötigt. Hier können sich die Gemeinden gegenseitig aushelfen, ist der Kirchheimer Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch überzeugt.
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Für die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute werden spezielle Waschmaschinen benötigt. Hier können sich die Gemeinden gegenseitig aushelfen, ist der Kirchheimer Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch überzeugt.

Die Freiwilligen Feuerwehren haben ein brennendes Problem. Es wird zunehmend schwieriger, Führungskräfte zu finden. Und auch der ganz normale Feuerwehrnachwuchs fehlt oft.

Kirchheim - Thomas Schneemilch, dienstältester Gemeindebrandinspektor im Landkreis Hersfeld-Rotenburg schlägt deswegen Alarm. Die Gründe für das Problem sind vielfältig.

Da ist zum Beispiel die zeitraubende Bürokratie. Als ehrenamtlicher Gemeindebrandinspektor von Kirchheim, wo die Feuerwehr oft auch zu Einsätzen auf die Autobahn fahren muss, verbringe er pro Woche etwa 20 Stunden mit Büroarbeit. Das könne und wolle ein berufstätiger junger Familienvater kaum leisten, sagt Schneemilch.

Zudem werde die Ausbildung immer umfangreicher und anspruchsvoller und dann werde den ehrenamtlichen Feuerwehrführungskräften zunehmend Verantwortung aufgeladen.

Wenn dann sowohl in der Bevölkerung als auch vonseiten der Politik die Wertschätzung fehle, sei es schwer, Ehrenamtliche bei der Stange zu halten.

Schneemilch fordert, wie auch Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger, eine intensivere Zusammenarbeit der Feuerwehren, nicht nur innerhalb einer Kommune, sondern gemeindeübergreifend. Und er ist überzeugt, dass es ohne eine gewisse Professionalisierung nicht geht. Einige Gemeinden hätten bereits Brandschutzbeauftragte, die einen Teil der Verwaltungsarbeit übernehmen könnten. Wichtig sei zudem ein hauptamtlicher Gerätewart, der sich nach jedem Einsatz um Reinigung, Wartung und Überprüfung der Gerätschaften kümmert. Ehrenamtlich sei das kaum noch zu bewältigen.

Wenn Schlüsselpositionen mit Profis besetzt würden, sei das immer noch günstiger, als eine Berufsfeuerwehr. Und die müssten die Gemeinden stellen, wenn es keine Freiwilligen mehr gebe.

Auch finanzielle Anreize kann Schneemilch sich vorstellen: Rentenpunkte für das Engagement bei Feuerwehr und Hilfsorganisationen, zum Beispiel oder Steuervorteile für Firmen. » 

Der Kreisbrandinspektor (KBI) Marco Kauffunger sagt: Das Land Hessen gibt bei den Feuerwehren ein Stufenmodell für die Kooperation vor. Für uns gilt es nun, den rechtlichen Rahmen auszuschöpfen und zum Beispiel Fahrzeuge clever zu stationieren. Nicht jede Kommune braucht alles selbst, vieles kann man gemeinsam nutzen.

Das gilt auch für Atemschutzgerätewerkstätten, Wartung und Prüfung von Fahrzeugen und Geräten oder Kleiderkammern, die einige Feuerwehren, eventuell mit Profis, als Dienstleistung für andere anbieten könnten. Wir sind auf einem guten Weg und haben noch viele Ideen.

Ein ausführliches Interview mit GBI Thomas Schneemilch lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

(Christine Zacharias)

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