Nachfolger von Timo Lübeck

Börner steht an der Spitze der Kreis-CDU

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Drei Engel für Andi: Der neue CDU-Kreisvorsitzende Andreas Börner (Mitte) mit seinen drei Stellvertreterinnen (von links) Dana Kerst, Silvia Schoenemann, Alexandra Weirich, (Stellvertreter Jürgen Schäfer fehlt) sowie dem scheidenden Vorsitzenden Timo Lübeck, Landrat Dr. Michael Koch und Fraktionschef Herbert Höttl. Die Formulierung mit den „drei Engeln“ stammt übrigens von Silvia Schoenemann.

Andreas Börner ist neuer Kreisvorsitzender der CDU Hersfeld-Rotenburg. Der 30-jährige Rotenburger erhielt 72 von 74 Stimmen.

Börner, der als Bildungsreferent beim DRK arbeitet, wurde beim Kreisparteitag im Bad Hersfelder Bürgerhaus Hohe Luft bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme gewählt.

Börner löst Timo Lübeck ab, der aus persönlichen Gründen nicht wieder angetreten war. Als Stellvertreter wurden Dana Kerst (Bebra), Silvia Schoenemann und Alexandra Weirich Bad Hersfeld sowie Jürgen Schäfer (Neuenstein) gewählt.

Ehrung für verdiente Mitglieder: Im Rahmen des Kreisparteitags wurden fünf Parteifreude, darunter Alt-Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Kreisausschussmitglied Heinz Schlegel, für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt.

Andreas Börner hatte sich in einer kämpferischen Rede seinen Parteifreunden als Vorsitzender empfohlen, wobei er keinen Hehl daraus machte, dass er Timo Lübeck gern weiter an der Spitze des Kreisverbands gesehen hätte. Gleichwohl stellte er auch seinen Führungswillen klar: „Wir wollen weiter den Landrat stellen und bei den Kommunalwahlen die stärkste Kraft im Kreis werden“, sagte er selbstbewusst.

Er gab zu, dass er die Lage der CDU im Bund und nach dem Thüringen-Debakel mit Sorge sehe und forderte deshalb, „endlich wieder über Themen zu reden.“ Er lobte seine Parteifreunde Michael Brand und Lena Arnoldt für die Ansiedlung der Bundespolizei in der Alheimer-Kaserne. „Die einen fliegen durch Europa und machen Kaffeeklatsch, die anderen machen etwas für den Landkreis“, keilte er in Richtung des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth. Der FDP und ihrem Fraktionschef im Kreistag Bernd Böhle warf er „Populismus“ in der Diskussion um die Klinikfinanzen vor und warb für neuerliche Finanzhilfen für das angeschlagene Kreis-Klinikum. „Wir subventionieren Schwimmbäder, Kindergärten und die Festspiele, aber bei der Gesundheit wollen wir sparen?“, frage er rhetorisch. Zugleich bekannte sich Börner zur heimischen Landwirtschaft. „Hast Du eine Kuh, dann wählst Du CDU“ – dieser alte Slogan müsse auch heute wieder gelten.

Der scheidende CDU-Kreisvorsitzende Timo Lübeck hatte sich zuvor von den Delegierten verabschiedet. „Ich war immer gern Kreisvorsitzender“, sagte er, nun wolle er seiner Partei an anderer Stelle dienen – zum Beispiel im Kreistag und bei den demnächst anstehenden Kommunalwahlen und danach bei der Landratswahl. „Das wird kein Selbstläufer, da müssen wir uns reinhängen“, mahnte er. Er appellierte an seine Parteifreunde, neue Mitglieder zu gewinnen und warb dabei ganz besonders um Frauen.

Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag Herbert Höttl blieb es dann vorbehalten, vor allem die Kreispolitik zu beleuchten. Er teilte dabei nach links, aber vor allem nach rechts aus: „Wer sich wie 'Opa Fricke' ein Parteibuch mit dem Faschisten Björn Höcke teilt, hat jeden Anspruch verloren, auch nur den Ansatz von Kritik an anderen Kreistagskollegen zu üben“, sagte er. Kritik übte er auch an Bernd Holzhauer, der sich kurz nach dem Skandal um Linke-Politiker, die die „Erschießung von Reichen“ gefordert hatten, ausgerechnet der Linken-Fraktion im Kreistag angeschlossen habe. Höttl bekannte sich zu der Verantwortung für die Kliniken im Kreis und warb für die geplante Finanzspritze, fordert aber auch den Einsatz von Bundesmitteln für die Krankenhauslandschaft.

Börner, Lübeck und Höttl stellten sich in ihren Reden klar hinter Landrat Dr. Michael Koch, der riesige Aufgabenfelder angepackt habe und dabei „großartige Ergebnisse“ geliefert hat, wie Höttl formulierte.

Kreis-CDU für Merz

Mit einer deutlichen Mehrheit von 77,5 Prozent hat sich der CDU-Kreisparteitag für Friedrich Merz als neuen CDU-Parteivorsitzenden ausgesprochen. Auf Antrag der Jungen Union hatte die Kreis-CDU über die drei Kandidaten abstimmen lassen, um den Delegierten aus Hersfeld-Rotenburg eine Empfehlung mit auf den Weg zum CDU-Bundesparteitag zu geben. Abgeschlagen die anderen Kandidaten: Armin Laschet erhielt 12,7 Prozent, Norbert Röttgen 8,5 Prozent.

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