Im Obergeschoss der Kaffeerösterei Capulus

Blüten und farbenfrohe Porträts: Ute Lerch stellt in Bad Hersfeld aus

Kräftige Farben, klare Formen: Ute Lerch stellt noch bis zum 21. November ihre Bilder im Obergeschoss der Kaffeerösterei Capulus in Bad Hersfeld aus.
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Kräftige Farben, klare Formen: Ute Lerch stellt noch bis zum 21. November ihre Bilder im Obergeschoss der Kaffeerösterei Capulus in Bad Hersfeld aus.

Die Niederaulaer Malerin Ute Lerch stellt ihre Bilder noch bis zum 21. November im Obergeschoss der Kaffeerösterei Capulus in Bad Hersfeld aus.

Bad Hersfeld – Malen ist Ute Lerchs Leidenschaft. Wenn sie erst einmal vor einer Leinwand sitzt und eine Idee im Kopf hat, die sie in Farben umsetzen will, dann vergisst sie leicht die Zeit. „Dann ist schon mal die halbe Nacht vorbei“, erzählt die Hobby-Künstlerin aus Niederaula. Eine Auswahl ihrer Bilder zeigt sie unter dem Titel „Emotionen“ noch bis zum 21. November in der Kaffeerösterei Capulus (Dudenstraße 9) in Bad Hersfeld.

Ute Lerchs Bilder machen fröhlich – auf den ersten Blick jedenfalls. Sie malt mit kräftigen Farben und klaren Formen, überwiegend Porträts, aber auch Blumen und Landschaften. Auf den zweiten Blick jedoch fällt auf, dass keines der Gesichter lacht, viele blicken sogar ausgesprochen traurig. Ein interessanter Gegensatz zu den bunten Farben und dekorativen Mustern, die Ute Lerch gerne als optische Signale einsetzt. Warum ihre Figuren nicht lächeln, noch nicht einmal die Kinder, kann Ute Lerch nicht so genau sagen. Das ist einfach so.

Inspirieren lässt sich die Niederaulaerin von den Expressionisten, deren Farben und Themen und von den 1920er und 30er Jahren. „Aus dieser Zeit gefällt mir unheimlich viel, auch die Gedichte“, sagt sie. Sie selbst schreibt ebenfalls Gedichte. Auch die seien oft traurig, erzählten von unerfüllter Liebe und der Sehnsucht nach Nähe und Gemeinschaft, berichtet sie. Dabei ist Ute Lerch eigentlich gerne allein. „Ich habe viele Interessen und kann mich gut beschäftigen“, sagt sie. Auch beim Malen ist sie am liebsten ungestört. Einmal habe sie an einem Kurs teilgenommen, doch da habe sie gar nicht richtig malen können, erinnert sich Ute Lerch. Lieber macht sie es sich zuhause gemütlich, hört schöne Musik und lässt dann ihrer Kreativität mit Ölkreide, Bleistift oder Kohle oder mit Acrylfarben ihren Lauf. Die Bilder entstehen in ihrem Kopf, lebende Vorlagen gibt es dazu nicht.

Mit dem Malen hat Ute Lerch vor etwa 16 Jahren angefangen, kurz nach ihrer Scheidung. Erst hat sie mit Aquarellfarben experimentiert, dann mit Bleistift und Kohle und nun eben mit kräftigen Farben. „Ich probiere mich gerne aus, will keinen Stillstand“, sagt sie. Beigebracht hat sie sich den Umgang mit Bleistift, Kohle und Farbe selbst. „Ich bin eine reine Autodidaktin“ sagt sie.

Vor einem Jahr waren schon einmal Arbeiten von Ute Lerch im Obergeschoss der Kaffeerösterei zu sehen, damals gemeinsam mit Skulpturen von Elke Schilling. Nun wagt sie ihre erste Einzelausstellung und ist glücklich über die positive Resonanz, die sie schon erhalten hat. Die Ausstellung kann trotz des Lockdowns besichtigt werden. Die Kaffeerösterei bleibt geöffnet, nur das Café ist geschlossen. (Christine Zacharias)

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