Ladung nicht ordentlich gesichert

Autobahnpolizei schlägt zu - Torflaster stellte Risiko dar

+

BAD HERSFELD. Immer wieder stellen Beamte der Autobahnpolizei Bad Hersfeld bei Kontrollen des Schwerlastverkehrs massive Verstöße bei der Sicherung der Ladung fest. So auch am Freitag.

Dennoch überrascht es jedes Mal aufs Neue, was sich Spediteure einfallen lassen, um irgendwie Güter quer durch Europa zu transportieren. So war es auch am vergangenen Freitag, als eine Streife der Polizeiautobahnstation einen älteren Sattelzug aus Lettland auf der Autobahn 4 kontrollierte. Die Frachtpapiere wiesen 24 Tonnen Torf als Ladung aus. Allerdings staunten die Beamten nicht schlecht, als sie die Ladung überprüfen wollten. Auf der Ladefläche lag der Torf teils in Blöcken lose aufgeschüttet, lediglich durch ein grobes Holzgerüst und die Plane des Lkw gesichert. Bereits beim Öffnen der Plane fielen Teile des Torfes auf die Straße.

Da Torf im getrockneten Zustand gut brennbar ist, war die lose Ladung nicht nur verkehrsunsicher verstaut, sondern hätte im Falle eines Unfalls oder bei einer Hitzeentwicklung an Bremsen oder Reifen am Lastwagen eine erhebliche Gefahr dargestellt. Der Lkw war laut Polizei definitiv nicht dazu geeignet, diese Ware zu transportieren.

Da sich der Spediteur aus Riga so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern verschafft hatte, wurde der von den Beamten errechnete Betrag in Höhe von etwa 3500 Euro abgeschöpft, den die Spedition zu bezahlen hat.

Wie hart das Transportgewerbe ist, zeigte sich auch bei der Überprüfung des 63 Jahre alten lettischen Berufskraftfahrers des Torf-Lasters. Sein Stundenlohn beläuft sich ohne Zulagen auf zwei Euro.

Nach der Kontrolle durfte der Fahrer unter Auflagen und Polizeibegleitung seine Fahrt bis zum nicht mehr so weit entfernten Entladeort bei Lauterbach im Vogelsbergkreis fortsetzen.

Kommentare