Kameraüberwachung half bei Rettungsaktion

Biber in misslicher Lage: Das Tier saß in einem Pumpwerk fest - So gelang die Rettung

Kein Entkommen: Ein Biber saß im Pumpwerk an der Oberau fest.
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Kein Entkommen: Ein Biber saß im Pumpwerk an der Oberau fest.

Ein Biber in misslicher Lage: Das Tier saß im Pumpwerk an der Oberau in Bad Hersfeld fest - so wurde das Tier befreit.

  • Ein Biber in misslicher Lage musste in Bad Hersfeld befreit werden.
  • Das Tier war vermutlich mit dem Hochwasser Mitte Dezember in das Pumpwerk des Stadions an der Oberau geschwemmt worden.
  • Mitarbeiter des Abwasserbetriebes hatten den Biber entdeckt.

Einen Biber haben Mitarbeiter des Abwasserbetriebes und des Tierheims Bad Hersfeld gemeinsam mit Vertretern des Naturschutzbundes aus einer misslichen Lage befreit. Das Tier saß im Pumpwerk des Oberflächenwassersammlers an der Oberau fest.

Biber wurde vermutlich mit dem Hochwasser Mitte Dezember ins Pumpwerk geschwemmt

Der Biber aus dem Fuldarevier im Bereich des Bootshauses war wahrscheinlich bei dem Hochwasser Mitte Dezember über das Auslaufrohr des Pumpwerkes in das System eingeschwommen und konnte aufgrund des schnellen Anstieges nicht mehr in die Fulda zurückkehren. 

Bei seinen Versuchen, wieder in Freiheit zu gelangen, fiel er in den Pumpenschacht des Regenwassersammel- und Drainagesystems des Stadions an der Oberau, wo er schließlich von Mitarbeitern des Abwasserbetriebes bemerkt wurde.

Biber erschwerte den Helfern seine Rettung - Er war zunächst nicht zu finden

Bei einer ersten Kontrolle durch die Untere Naturschutzbehörde und den NABU war er dann aber zunächst wieder verschwunden. Auch am nächsten Morgen war er nicht im Schacht, sodass eine Wildkamera installiert wurde, um den Schacht zu überwachen.

Und siehe da: Nachdem zwei Tage lang nichts passierte, wurde er bei der Kamerakontrolle entdeckt. In einer gemeinsamen Aktion konnte der laut NABU halbwüchsige Biber - geboren in 2018 und etwa 20 Kilogramm schwer - unter einigen Anstrengungen mit einem Kescher des Tierheimes gefangen und aus dem Schacht gehoben werden.

Hinterlässt sichtbare Spuren an der Fulda in Bad Hersfeld: Der Biber. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Biber wurde nach seiner Rettung wieder an der Fulda ausgesetzt

Anschließend wurde das Tier in der Nähe des Bootshauses wieder in die Fulda gesetzt und schwamm gleich ans andere Ufer. „Er war trotz des mehrtägigen Aufenthaltes im Drainagesystem des Stadions an der Oberau gut genährt und fit“, teilt Thomas Hartwig mit, der beim NABU Bad Hersfeld für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Künftig keine Tierfalle mehr: Pumpwerk wurde abgesichert

Die Mitarbeiter des Abwasserbetriebes senkten schließlich den Hochwasserschieber des Pumpwerkes zur Fulda hin soweit ab, dass kein Biber mehr einwandern könne und trotzdem die Entwässerung des Oberflächenwassersammelsystems gewährleistet sei. Langfristig soll das Auslaufrohr zur Fulda mit einem schwenkbaren Gitter versehen werden, damit ein Einschwimmen ausgeschlossen ist.

NABU rät allen Gemeinden mit Biberrevieren Ablaufsysteme zu überprüfen

„Gemeinden und Abwasserbetriebe in Bereichen von Biberrevieren sollten aufgrund dieses Vorfalles ihre Ablaufsysteme überprüfen“, rät der NABU, der sich ebenso wie die Untere Naturschutzbehörde „auch im Namen der Biber bei allen Helfern bedanken“ möchte. Seit einigen Jahren ist der Biber im Kreis Hersfeld-Rotenburg wieder heimisch.

Video: So sieht es aus, wenn zwei Biber wrestlen

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