Beutezug durch Sorga: Indizienprozess vor dem Schöffengericht gegen zwei mutmaßliche Einbrecher

Bad Hersfeld. Gleich vier Wohnhäuser im Bad Hersfelder Stadtteil Sorga wurden am Abend des 3. Dezember vergangenen Jahres von Einbrechern heimgesucht – zum Teil mit beträchtlichem Erfolg: in zwei Fällen wurde Schmuck, in einem darüber hinaus Bargeld erbeutet, alles zusammen im Wert von mehr als 9000 Euro.

Dazu kam der angerichtete Sachschaden durch aufgehebelte Türen und Fenster.

Angeklagte schweigen

Dringend tatverdächtig sind zwei junge Männer aus Bad Hersfeld, 25 und 22 Jahre alt, beide der Polizei und der Justiz gut bekannt. Ob ihnen diese und ein weiterer Einbruch auf einem Baustellengelände jedoch zweifelsfrei nachgewiesen werden können, damit beschäftigt sich seit gestern das Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld.

Da beide Angeklagte zu den Vorwürfen von Staatsanwalt Greyer schweigen beziehungsweise diese abstreiten, geht es in dem vorläufig auf zwei Tage angesetzten Verfahren um Indizien. Konkret geht es um vier Vorfälle im Bereich der alten Schule in Sorga. In zwei Häusern wurden die Einbrecher – laut Anklage die beiden Hersfelder und ein bislang unbekannter Mittäter – fündig, in einem Haus fand sich nichts Stehlenswertes, und im vierten wurden sie vom Hausherrn überrascht und flüchteten. Obwohl die sofort alarmierte Polizei schon kurze Zeit später zur Stelle war, waren die Dunkelmänner bereits über alle Berge.

Zufälliger Hinweis

Zwar gab es etliche Spuren wie etwa ein Fußbadruck im reifüberzogenen Gras, ein zurückgelassenes Beutestück aus einem vorausgegangenen Einbruch oder ein Werkzeug unbekannter Herkunft, doch in den Fokus der Ermittler gerieten die beiden Angeklagten erst durch einen Zufall.

Bei der Vernehmung eines jungen Mannes, den die Polizei im Zusammenhang mit mehreren Automatenaufbrüchen befragte, wurde ein Kontakt zum älteren der beiden Verdächtigen festgestellt. Auf Nachfrage berichtete der Zeuge, dass der 25-Jährige ihm gegenüber von mehreren Einbrüchen in einer Nacht in Sorga erzählt hätte. Mehr als die Aussage des vernehmenden Polizisten wird das Gericht allerdings nicht in die Hand bekommen, da der Belastungszeuge mittlerweile unerreichbar ist. Ein weiterer junger Mann, der zu den Automaten vernommen wurde, wollte ebenfalls von dem älteren Angeklagten gehört haben, dass dieser bei Einbrüchen Schmuck erbeutet habe.

Ob diese Hinweise in der Gesamtschau für eine Verurteilung ausreichen, das wird sich erst bei der Fortsetzung des Prozesses am morgigen Freitag herausstellen.

Rubriklistenbild: © imago/Ralph Peters

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