Selbstmord der Geschädigten

Betrugsprozess in Bad Hersfeld: Dubioses Finanzgeschäft mit tödlichen Folgen

Bad Hersfeld. Ein dubioses Finanzgeschäft mit tödlichen Folgen war am Mittwoch Gegenstand eines Prozesses vor dem Schöffengericht in Bad Hersfeld. Ein 60 Jahre alter Rentner aus Neuenstein wurde wegen Betrugs zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Seine 57-jährige Ehefrau muss wegen Beihilfe eine Geldstrafe von 2400 Euro bezahlen. Die von der Zwangsversteigerung ihres Wohnhauses bedrohten Angeklagten hatten im Januar 2005 von einem Ehepaar aus Wildeck ein bis zum 30. April des Jahres zurück zu zahlendes Privatdarlehen über 200.000 Euro erhalten, das die Gläubiger ihrerseits als Kredit bei der Commerzbank aufgenommen hatten. Das Geld diente als Eigenkapital für gemeinsame Umschuldungspläne und verschwand wohl größtenteils in den Taschen eines Finanzbetrügers aus der Schweiz.

Außer den Notarkosten haben die Neuensteiner jedoch bis heute nichts bezahlt, fühlen sich sogar selbst als Betrogene. Das finanziell nun ebenfalls in Bedrängnis geratene Ehepaar aus Wildeck ging 2008 in den Freitod, nach Ansicht der Tochter sei der geplatzte Kredit „sicherlich ein Auslöser“ gewesen. (ks)

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