Tag der offenen Tür

Verbände, Burger und Lametta: Berufliche Schulen Obersberg präsentierten sich

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Ausprobieren war angesagt: Gina Sophie Eisel (rechts) möchte medizinische Fachangestellte werden und übte beim Tag der offenen Tür das Verbandanlegen bei Mara Reinhardt.

Sie brutzeln, programmieren und basteln: Die Auszubildenden und Fachschüler der Beruflichen Schulen Obersberg zeigten beim Tag der offenen Tür ihre Fachgebiete.

Auch Mitmachen und Kosten war angesagt.

So bereiteten die zukünftigen Köche und Fachleute für Systemgastronomie Gerichte rund um die Kartoffel zu. Dafür steht ihnen eine moderne Gastronomieküche zur Verfügung. Lehrer und Koch Sebastian Brink ist seit 27 Jahren im Gastronomiegewerbe tätig und setzt auf eine möglichst realitätsnahe Ausbildung im schulischen Musterbetrieb. „Wir kochen hier auch auf Verkaufsfähigkeit der Speisen und mit unserer Hightech-Küche sind wir genau wie eine normale Systemküche ausgestattet,“ so der 43-Jährige.

Dutzende Portionen Pommes und Kartoffelsuppe verließen an diesem Tag den Küchentresen. Auch die Pulled-Pork-Burger, die Fleischereimeisterin Corina Steiger mit ihren Auszubildenden zubereitete, kamen gut an. Nach zwölf Stunden im Ofen wurden die Fleischstücke von den zehn Fleischern und vier Verkäuferinnen fachgerecht gewürzt und serviert. Jan-Patrick Mark ist einer von ihnen – der 17-Jährige hat sich ganz bewusst für eine Ausbildung als Fleischer entschieden. „Das ist mein Traumjob, da sehe ich auch am Ende des Tages, was ich geschafft habe.“ Das Fleischereigewerbe liege in der Familie, schon der Großvater sei Metzger gewesen.

Für einen ganz anderen Beruf, der ebenfalls an der Berufsschule gelehrt wird, hat sich Gina Sophie Eisel entschieden. Die Medizinische Fachangestellte lernt ihren Wunschberuf seit Sommer dieses Jahres und arbeitet bereits in der Praxis von Doktor Petra Lotter in Ransbach mit. „Ich habe mich für den Berufsweg entschieden, weil ich Menschen helfen möchte“, berichtete die 19-Jährige. Zu den angebotenen Bildungswegen im Bereich Gesundheit gehört auch die Ausbildung zur Zahntechnischen Fachangestellten. Lehrerin Melanie Schaake und ihre Kollegen klärten zusammen mit den Schülern über Zahnaufbau und -gesundheit auf. Sie haben sogar ein Röntgengerät sowie einen Behandlungsstuhl im Klassenraum. „Die Schüler lernen so direkt mit den Geräten zu arbeiten, auch wenn wir das Röntgengerät hier nicht einschalten können“, erklärte Schaake. Drei Jahre dauert die Ausbildung für die Gesundheitsberufe, dann haben die Schüler die Möglichkeit, sich mit einer abgeschlossenen Ausbildung zu bewerben oder sich für weitere medizinische Disziplinen zu qualifizieren und weiter fortzubilden.

Doch auch längere Ausbildungswege sind an der Berufsschule möglich. Rund fünf Jahre lernen die zukünftigen Erzieher an der Fachschule für Sozialwesen. Beim Tag der offenen Tür war der Lehrraum der Pädagogen mit Basteln und Kinderschminken ein Magnet für die jungen Besucher. Ganz rational, aber nicht weniger phantastisch ging es in den Räumen der Elektrotechniker zu. So ließ Lehrer Ralf Böhm Lametta mittels eines geladenen Stabes durch den Raum fliegen und die Schüler führten eine Ampelschaltung vor. „Wir möchten für ein späteres Fachstudium qualifizieren“, erläuterte Lehrer Peter Pawlik. „Das sind die Experten, die die Digitalisierung einmal vorantreiben werden“, meinte Böhm. 

Etwa 450 Gäste informierten sich über mögliche Ausbildungszweige; Schulleiter Guido Lomb war zufrieden.

Von Kim Hornickel

Fotos: Berufliche Schulen Obersberg stellen sich vor

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