1. Hersfelder Zeitung
  2. Bad Hersfeld

Beleuchtung der Hersfelder Fuldabrücke: Stadt muss Auswirkungen auf Tiere untersuchen

Erstellt:

Von: Nadine Meier-Maaz

Kommentare

Ein Hingucker bei Dunkelheit: In ganz besonderem Licht festgehalten hatte unser
Ein Hingucker bei Dunkelheit: In ganz besonderem Licht festgehalten hatte unser © Steffen Sennewald

Die Stadt Bad Hersfeld muss in einem Genehmigungsverfahren prüfen, ob Wildtiere durch die Beleuchtung der neuen Fuldabrücke beeinträchtigt werden.

Bad Hersfeld – Über der Fulda in Bad Hersfeld bleibt es seit gut einer Woche dunkel. An der erst Mitte Dezember für Fußgänger und Radfahrer freigegebenen neuen Brücke musste auf Hinweis der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Kassel die Beleuchtung ausgeschaltet werden. Der Grund dafür ist eine offenbar fehlende Genehmigung (wir berichteten bereits kurz).

Die Beleuchtung war nicht Teil der Antragsunterlagen, heißt es in einer erklärenden Stellungnahme von Pressereferent Hendrik Kalvelage. Bereits am 23. Dezember habe die Obere Naturschutzbehörde verfügt, dass die Beleuchtung so lange nicht betrieben werden darf, bis die notwendige Genehmigung nachträglich eingeholt wird.

Im Genehmigungsverfahren müssen laut Kalvelage insbesondere mögliche erhebliche Beeinträchtigungen von Arten wie Vögeln, Fledermäusen, Fischen oder Insekten durch die Beleuchtung geprüft werden. Tiere könnten Beleuchtung unter anderem als Hindernis wahrnehmen, das sie nicht queren beziehungsweise meiden.

Ärger kurz nach der Freigabe: Am 17. Dezember wurde die 81 Meter lange und rund drei Meter breite S-förmige einseitig aufgehängte Schrägseilbrücke freigegeben. Sie ist laut Planungsbüro die bislang einzige ihrer Art in Deutschland.
Ärger kurz nach der Freigabe: Am 17. Dezember wurde die 81 Meter lange und rund drei Meter breite S-förmige einseitig aufgehängte Schrägseilbrücke freigegeben. Sie ist laut Planungsbüro die bislang einzige ihrer Art in Deutschland. © Nadine Meier-Maaz

Durch die Stadt Bad Hersfeld seien nun die entsprechenden Untersuchungen zu beauftragen und Antragsunterlagen vorzulegen. Dies entspreche dem Standardvorgehen bei vergleichbaren Verfahren. Ob und in welchem Umfang sich daraus Beschränkungen für Beleuchtungsdauer und die Helligkeit ergeben könnten, sei vom Ergebnis der Untersuchungen abhängig. „Hier ist das weitere Verfahren abzuwarten“, so Kalvelage.

Ins Rollen gekommen sei das Ganze durch entsprechende Medienberichte über das neue Bauwerk, sagt der Pressereferent. Ein Mitarbeiter hat sich laut Stadt aber auch vor Ort selbst ein Bild gemacht.

Stadtsprecher Meik Ebert hatte bereits kurz nach der Abschaltung auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, dass man nun in Gesprächen mit der Oberen Naturschutzbehörde und auf der Suche nach einer Lösung sei. Ziel sei es in jedem Fall, die Beleuchtung wieder einzuschalten, wenn auch eventuell mit zum Beispiel beschränkten Betriebszeiten oder weniger hell. „Wir sind dran und im Dialog mit der Behörde“, betonte Ebert nun erneut. Man suche nach einer Lösung. Wie diese aussehen könne, sei jedoch noch völlig offen, und auch zu Kosten und Dauer der geforderten Untersuchungen könne man aktuell noch keine Aussage treffen.

Brücke als Hessentagsprojekt gefördert

Das 2,3 Millionen Euro teure Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer über die Fulda in der Nähe des Stadions an der Oberau ist ein Hessentagsprojekt und wurde als solches mit einer Million Euro gefördert. Mit den Arbeiten für die neue Brücke war im November 2020 begonnen worden. Offiziell freigegeben wurde die 81 Meter lange und rund drei Meter breite S-förmige einseitig aufgehängte Schrägseilbrücke am 17. Dezember 2021. Sie ist laut der Planer vom Büro Schlaich Bergermann Partner (SBP) die bisher einzige ihrer Art in Deutschland. Sie soll im Gegensatz zur benachbarten in die Jahre gekommenen Rialtobrücke vor allem barrierefrei sein und die Eingangssituation aus Richtung „Joberg“ verbessern. (Nadine Meier-Maaz)

Auch interessant

Kommentare