Erste Kommune in Phase II

Bauland-Offensive Hessen: Bad Hersfeld startet mit Entwicklung des Wever-Geländes

Wever Gelände in Bad Hersfeld am 7. April 2020, Hessen / Deutschland, Foto: Karsten Socher / Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt
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Blick auf das Wever-Areal in Bad Hersfeld.

Die Stadt Bad Hersfeld wird die erste Gesellschafterin der Bauland-Offensive Hessen GmbH (BOH) zur Förderung bezahlbaren Wohnraums. Sie startet zudem als erste Kommune in Phase II. 

Zur Förderung bezahlbaren Wohnraums wird Bad Hersfeld die erste Gesellschaf-terin der sogenannten Bauland-Offensive Hessen GmbH (kurz: BOH). Die Stadt ist damit gleichzeitig die erste Kommune, die in die zweite Phase der BOH startet. Das teilte die BOH am Freitagmorgen in einer Pressemitteilung mit.

Die Kreisstadt will als erstes Projekt das an den Schilde-Park anschließende, bisher gewerblich genutzte Wever-Areal zu einem gemischt genutzten Wohnquartier weiterentwickeln. Hier soll dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum in unmittelbarer Altstadt- und Bahnhofsnähe entstehen. Die Stadt Bad Hersfeld plant, dafür einen Entwicklungsträgervertag mit der BOH zu unterschreiben. „Es müssen nun mehrere Hemmnisse beseitigt werden, um die Konversionsfläche zur geplanten Nachfolgenutzung als gemischtes Quartier mit bezahlbarem Wohnen zu entwickeln“, erklärt Ulrich Türk, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung Nord bei der ProjektStadt.

Vier Unternehmen als starke Partner 

Zum Start der zweiten Phase der Bauland-Offensive Hessen hat das BOH-Kernteam um Markus Eichberger (Leiter Unternehmensbereich Stadtentwick-lung), Gregor Voss (Leiter Fachbereich Stadtentwicklung Süd) und Ulrich Türk (Leiter Fachbereich Stadtentwicklung Nord) nach einer Ausschreibung vier Un-ternehmen und damit auch den Markt eingebunden, heißt es: Den Hanauer Baulandentwickler Terramag GmbH, die ZSE Immobilien GmbH aus Rodenbach, die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH sowie die STEG Stadtentwicklung GmbH, beide aus Stuttgart. „Mit diesen vier starken Entwicklungspartnern an unserer Seite können wir die Bauland-Offensive Hessen nun auch in der Entwicklung praktisch voranbringen“, sagt Markus Eichberger. Stand jetzt hätten neun Kommunen aus ganz Hessen ihr Interesse an einer Teilnahme an der BOH-Phase II bekundet. Insgesamt geht es dabei um 13 Flächen mit Entwicklungsdefizit und ein Potenzial für rund 4.800 Wohneinheiten.

Ein Teil des Wever-Geländes.

BOH wirksames Mittel gegen Wohnraummangel 

„Die Bauland-Offensive Hessen liegt voll auf Kurs und erweist sich immer mehr als äußerst wirksames Mittel gegen den Wohnraummangel“, fasst Monika Fontai-ne-Kretschmer, Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Nassauische Heim-stätte I Wohnstadt (NHW), die Erfolgsgeschichte der vom Land Hessen gegrün-deten, jüngsten Tochter der Unternehmensgruppe zusammen. 

In Zahlen seien dies 447 Hektar in Begutachtung, 282 Hektar Nettobauland und ein rechnerisch ausgewiesenes Potenzial für rund 16.000 Wohnungen. „Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, zählt zu den wichtigsten Zielen der Landes-regierung“, sagte Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir. „Dabei mangelt es nicht an Geld, sondern an bebaubaren Flächen. Hier setzt die Bauland-Offensive an, indem sie Städte und Gemeinden bei der Beseitigung von Hemmnissen und der Entwicklung von baureifen Flächen unterstützt, soweit dort Entwicklungsdefizite bestehen. Ich bin sicher, dass noch mehr Kommunen dieses Angebot nutzen.“

Nach erfolgreicher Phase I in Phase II 

Voraussetzung für den Eintritt in Phase II der Bauland-Offensive Hessen ist der erfolgreiche Abschluss von Phase I. Handelt es sich bei der betrachteten Fläche um ein dokumentiertes Gebiet mit Entwicklungshemmnissen im Sinne der BOH, kann die Kommune ihr Interesse bekunden und die BOH um die Erstellung einer vom Land Hessen unterstützten Machbarkeitsstudie bitten, um die wirtschaftli-chen Rahmenparameter einer Flächenentwicklung zu durchleuchten.

Hierbei gehe es im Wesentlichen darum, alle Kosten vom Ankauf einer Fläche hin zur späteren Vermarktungsfähigkeit verlässlich zu ermitteln, damit die Kommune im Zweifel nicht auf ungeahnten Folgekosten sitzen bleibt. Kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich bezahlbares Wohnen dort realisieren lässt, kann die Kommune die weiteren Entwicklungsschritte mit einem privaten Entwicklungsträger realisieren. Alternativ kann sie (bei wirtschaftlicher Realisierbarkeit ohne weitere Unterstützung des Landes) die Entwicklung in Phase II mithilfe der BOH umsetzen. 

Fällt die Wahl auf die BOH, wird die Kommune Gesellschafterin und schließt einen Entwicklungsträgervertag ab. „Die BOH nimmt dabei die Funktion eines Bauamts auf Zeit ein und organisiert im Treuhandauftrag die Baulandentwicklung durch die ausgewählten privaten Entwicklungspartner“, erläutert Gregor Voss. „Die BOH ist immer erster Ansprechpartner für die Kommune, koordiniert das weitere Vorge-hen und holt jeweils einen der vier Entwicklungspartner ins Boot.“ Voraussetzung ist, dass die Kommune sich zu den Zielen der BOH bekennt, heißt es in der Pressemitteilung.

Kommunen, die Flächen mit Entwicklungshemmnissen aufweisen, können sich auch weiterhin für die Phase I der BOH bewerben. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter: www.bauland-offensive-hessen.de. (red/nm)

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