Festspiel-Intendant spricht von Murmeltiersyndrom

Bad Hersfelder Stadtverordnete einig bei Fuldabrücke

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So hätte sie aussehen können: Die neue Fuldabrücke, die allerdings vorerst beerdigt wurde.

Bad Hersfeld. Ungewohnter Konsens herrschte in der Stadtverordnetensitzung. Einziger Konfliktpunkt war das beerdigte Brückenbauprojekt, doch auch hier war man sich am Ende einig.

Das Bad Hersfelder Murmeltiersyndrom hat Festspielintendant Joern Hinkel in der alljährlich wiederkehrenden Diskussion um die Finanzierung des Theaterfestivals ausgemacht. Doch die umstrittene, von den Festspielern gewünschte und von den Stadtpolitikern zuletzt verweigerte Ausgründung des Betriebs in eine gemeinnützige GmbH spielte am Donnerstagabend mit der eingangs erwähnten Bezeichnung nur in der Haushaltsrede von Bürgermeister Thomas Fehling eine Rolle (siehe unsere Zeitung von gestern).

Ansonsten herrschte in der Sitzung der Stadtverordneten ungewohnter Konsens, denn sämtliche anstehenden Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Einziger Konfliktpunkt war das auf Eis gelegte Brückenbauprojekt in den Fuldawiesen, das finanziell aus dem Ruder gelaufen ist. Doch auch hier war man sich am Ende einig, das Thema nach dem Hessentag noch einmal neu zu betrachten.

Die geplante Fuß- und Radwegverbindung vom Parkplatz am Libri-Kreisel über den Fluss zum Stadion an der Oberau hatte sich von anfänglich 700 000 Euro kostenmäßig verdreifacht, was sich sowohl durch den Boom im Baugewerbe als auch durch planerische Wünsche erklärt.

„Ein einziges großes Ärgernis“ sah Hans-Jürgen Schülbe (UBH) in dem Vorhaben, das als Hessentagsprojekt eigentlich längst in Angriff genommen sein sollte. Jürgen Richter (FWG) bemängelte anhand diverser Beschlussvorlagen seitens der Verwaltung „klare Versäumnisse in der Transparenz und der Plausibilität“ und damit einen nicht akzeptablen Umgang mit den ehrenamtlichen Mandatsträgern.

Der Bürgermeister hielt mit dem Verweis auf im Hessentagsbeirat kommunizierte Entwicklungen und dort gefasste Beschlüsse dagegen. Weil die Brücke zuletzt schon im Haupt- und Finanzausschuss Streitpunkt gewesen war, gab es jedoch in der Parlamentsdiskussion keinen Anlass zu erneuter Schärfe.

Zufrieden waren die Stadtverordneten vor allem damit, dass bis zur erneuten Vorlage auch eine Sanierung inklusive barrierefreiem Ausbau der bestehenden „Rialtobrücke“ durchgerechnet werden soll.

Ein potenziell strittiges Thema waren die Straßenbeiträge, deren Abschaffung die UBH beantragt hatte. Dieser Initiative war der Magistrat jedoch mit dem Beschluss zuvorgekommen, ab 2019 bei allen neuen Projekten auf Beiträge zu verzichten. Der Antrag hatte sich somit erledigt.

Die von der CDU gewünschte Videoüberwachung an neuralgischen Punkten in der Innenstadt soll zunächst im Ausschuss besprochen werden, und die Vorlage von Grüne/NBL, auf den städtischen Friedhöfen Grabsteine aus Kinderarbeit zu verbieten, wurde ebenfalls ohne Diskussion beschlossen. (ks)

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