Abenteuerliche Reise

Bad Hersfelder „Müll-Boot“ ist in Hamm aufgetaucht

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Der Bootskäufer: Hasan Cevik kommt aus dem westfälischen Hamm und hat das „Müllboot vom Obersberg“ gekauft. Foto: jörg beuning/westfälischer anzeiger

Das verschwundene „Müllboot" vom Bad Hersfelder Obersberg ist im westfälischen Hamm wieder aufgetaucht. 

Das „Müllboot vom Obersberg“ ist wieder aufgetaucht. Wo? Im westfälischen Hamm, genauer gesagt im Stadtteil Rhynern.

Bereits am Sonntag wurde unser Artikel von Samstag, 17. August, auf der Facebook-Seite der Hersfelder Zeitung diskutiert. Auch dort gab es konkrete Hinweise darauf, dass Anwohner das Boot in Hamm-Rhynern entdeckt haben wollen. Das bestätigt auch ein Anrufer aus Hamm, der sich am Sonntagnachmittag in unserer Redaktion meldet. Das heruntergekommene Boot stünde bei ihm an der Straße, erzählt er.

Doch das ist noch nicht die ganze Geschichte. Am Montagmorgen erreicht unsere Redaktion eine E-Mail von Hasan Cevik. Einen Anruf später wissen wir, dass er das Boot am 25. Juli für 700 Euro von einem Schrotthändler in Bad Hersfeld (Name ist der Redaktion bekannt)  gekauft hat. Ohne Papiere.

Doch Cevik, der in Rhynern ein Sonnenstudio betreibt, nimmt es mit Humor: „Es ist eigentlich das erste Mal, dass ich etwas ohne Papiere kaufe und es schiefgeht“, berichtet er lachend. Über Ebay-Kleinanzeigen sei er auf das Boot aufmerksam geworden. Insgesamt dreimal sei der 37-Jährige in Bad Hersfeld gewesen, bis er das Boot schließlich die gut 200 Kilometer nach Hamm überführt habe. „Ein Boot war schon immer mein Traum. Ich habe auch schon mit einigen Reparaturen begonnen“, berichtet er.

Die eigentliche Instandsetzung sollte aus Kostengründen in der Türkei stattfinden. Aus diesem Grund befindet sich Hasan Ceviks Vater gerade mit dem Auto auf dem Weg nach Deutschland. „Ich hatte eigentlich schon einen Plan im Kopf. Aber daraus wird wohl nichts“, sagt Cevik und muss erneut lachen. „Manchmal kommt eben alles ganz anders“, sagt er.

Mit dem eigentlichen Eigentümer des Bootes, dem Hersfelder Edin Hadzipasic, hat Hasan Cevik bereits Kontakt aufgenommen. „Wenn er das Boot wiederhaben will, kann er es gern bekommen“, sagt Cevik. Er wolle nur seine Auslagen erstattet bekommen. „Ich möchte am Ende nicht als Buhmann dastehen. Ich wusste ja nicht, welche Geschichte hinter dem Boot steht“, sagt er. Er habe sich deshalb unter anderem auch schon bei der Polizei in Bad Hersfeld gemeldet, nachdem er den Artikel unserer Zeitung gelesen habe.

Zur Geschichte, die hinter dem Boot steht, gehört auch, dass der Hersfelder Schrotthändler das Boot dem Mann abgekauft haben soll, mit dem sich die Hadzipasics im Clinch befinden: Es ist der Vermieter der Halle (Name der Redaktion ebenfalls bekannt), in der das Boot ursprünglich seinen Stellplatz hatte, bevor es im Spätherbst 2018 verschwunden war.

„Ich weiß gar nicht, ob ich mein Boot nach all dem Theater noch wiederhaben will“, sagt Edin Hadzipasic – und klingt ein wenig genervt.hex

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