Er spielt John Keating in „Der Club der toten Dichter“

Bad Hersfelder Festspiele: TV-Star Götz Schubert übernimmt Hauptrolle

Das Bild zeigt Schauspieler Götz Schubert im Anzug mit Händen in der Hosentasche.
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Schauspieler Götz Schubert wird bei den Bad Hersfelder Festspielen 2021 in „Der Clob der toten Dichter“ auf der Bühne stehen. Und zwar als Lehrer John Keating.

Theater- und TV-Star Götz Schubert wird bei den Bad Hersfelder Festspielen 2021 in der europäischen Uraufführung von „Der Club der toten Dichter“ die Hauptrolle übernehmen.

Bad Hersfeld - Götz Schubert, einer der renommiertesten und gefragtesten deutschen Schauspieler, wie es in der Pressemitteilung heißt, wird bei den Bad Hersfelder Festspielen 2021 die Hauptrolle in der europäischen Uraufführung von „Der Club der toten Dichter“ übernehmen. Schubert wird im Sommer als Lehrer John Keating auf der Bühne in der Stiftsruine stehen. Premiere ist am 25. Juni 2021.

Götz Schubert ist regelmäßig im TV zu sehen, spielt an großen Theatern und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet: Er wurde von Theater heute zum Schauspieler des Jahres gewählt, mehrfach mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis geehrt. Er erhielt auch den begehrten Publikums-Bambi für seine schauspielerische Leistung.

Intendant und Regisseur Joern Hinkel ist schon länger mit Götz Schubert im Gespräch: „Ich habe Götz Schubert vor über eineinhalb Jahren nach einer seiner Aufführungen im Hamburger Schauspielhaus besucht und von meinen Plänen zur europäischen Uraufführung vom Club der toten Dichter in Bad Hersfeld berichtet. Er war sofort begeistert und erzählte mir, was für eine große Bedeutung der Film für ihn damals zur Zeit der Wiedervereinigung hatte. Eine Zusammenarbeit mit ihm hätte im Sommer 2020 aus terminlichen Gründen nicht funktioniert. Umso glücklicher bin ich, dass er nun den Lehrer Keating spielen wird.“ Im vergangenen Jahr hatte das Programm wegen der Corona-Pandemie kurzfristig geändert werden müssen.

Für Joern Hinkel ist er die Ideal-Besetzung: „Götz Schubert ist für mich einer der vielschichtigsten und fantasievollsten Schauspieler, den ich kennengelernt habe. Er stürzt sich voller Elan in die Probenarbeit, ist neugierig und spielfreudig wie ein Kind, kann über sich selbst lachen und ist dabei gleichzeitig unglaublich kollegial. Ihm geht es nicht zuerst um seine eigene Wirkung auf der Bühne, sondern immer auch um das ganze Ensemble, um das Zusammenspiel mit den Kollegen. Er entdeckt gerne Neuland. Ich habe ihn in so unterschiedlichen Rollen gesehen, mal kraftstrotzend und egozentrisch, dann wieder verletzlich, lyrisch oder auch unfassbar komisch. All das kommt der Darstellung unseres Lehrers im Club der toten Dichter zugute - eine schillernde, mitreißende, tiefgründige Figur, die übrigens auch ihre Schattenseiten hat. Ich freue mich ganz besonders auf unsere Zusammenarbeit und bin glücklich darüber, dass er zum ersten Mal bei den Bad Hersfelder Festspielen auf der Bühne zu erleben sein wird.“

Die Inszenierung hat für Götz Schubert eine besondere Bedeutung: „Immer wenn ich gefragt werde, welcher Film, das Lebensgefühl von damals in der DDR für mich am glaubwürdigsten widerspiegelt, antworte ich: Der Club der toten Dichter. Der Film kam im Januar 1990 in die deutschen Kinos. Ein paar Monate vorher sind Millionen Menschen auf die Straßen gegangen und haben sich gegen bestehende Verhältnisse zur Wehr gesetzt. Das ist über 30 und die Geschichte im Film sogar über 60 Jahre her, aber an Aktualität hat der Stoff nichts verloren. Individualität, Selbsterfahrung, Selbstbestimmung, Mut, Solidarität und Gemeinschaft - das sind Themen, denen sich jeder Mensch irgendwann stellen muss.“ Götz Schubert weiter: „Ich freue mich darauf, diese gute alte Geschichte erneut zu erzählen und ich verneige mich damit vor den Keatings dieser Welt, denen auch ich im Laufe meines Lebens begegnen durfte.“

Seit den Anfängen seiner Karriere überzeugt Götz Schubert mit seiner spielerischen Bandbreite und ausgeprägten Intuition für die Rollen, die er darstellt. Immer findet er mit einem tiefen Gespür für die Eigenarten der Charaktere seinen eigenen Zugang, um das Zerbrechliche, das Menschliche und das Humorvolle der Figuren herauszuarbeiten und ihnen Lebensnähe und Wahrhaftigkeit zu verleihen.

Seine differenzierte, männliche und sensible Ausführung ihrer Wesenszüge, mit denen er ihnen ein glaubhaftes Eigenleben gibt, haben Regisseure am Theater wie Alexander Lang, Amélie Niermeyer, Herbert Fritsch, Jürgen Gosch, Karin Beier, Peter Stein, Philipp Stölzl oder Thomas Langhoff früh erkannt und den Schauspieler immer wieder in ihren beeindruckenden Inszenierungen besetzt. Im Film überzeugte er in den Zusammenarbeiten mit Ben Verbong, Christian Schwochow, Edward Berger, Francis Meletzky, Isabell Kleefeld, Matti Geschonneck, Robert Schwentke, Till Franzen oder Lars Kraume, mit dem es über die Jahre zu vielen preisgekrönten Filmen gekommen ist, wie Das schweigende Klassenzimmer, Der Staat gegen Fritz Bauer der Gott nach Ferdinand Von Schirach.

Er spielt an wichtigen deutschsprachigen Theatern, darunter Berliner Ensemble, Deutsches Theater Berlin, Maxim Gorki Theater, Residenztheater München, Schauspielhaus Hamburg, und ist seit Anbeginn seiner Karriere in zahlreichen anspruchsvollen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in Der Turm, Meine Tochter Anne Frank, Tage, die bleiben, und Unsere Mütter, unsere Väter sowie in seriellen Publikumserfolgen wie Die verlorene Tochter, KDD, und Wolfsland. (red/nm)

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