Diese Schauspielerin ist klein, aber oho:

Bad Hersfelder Festspiele: Janina Stopper spielt die Hauptrolle in „Momo“

Das Foto zeigt die Schauspielerin Janina Stopper, die derzeit in Bad Hersfeld für „Momo“ probt. Die Rolle des Mädchens, das den Menschen die verlorene Zeit zurückbringen will, spielt sie nicht zum ersten Mal.
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Kurze Pause: Im Bach-Haus probt Schauspielerin Janina Stopper derzeit für „Momo“. Die Rolle des Mädchens, das den Menschen die verlorene Zeit zurückbringen will, spielt sie nicht zum ersten Mal.

Janina Stopper hat viele Gesichter: Mal Kind, mal Mörderin. Bei den Bad Hersfelder Festspielen steht sie als „Momo“ auf der Bühne. Eine Rolle, die ihr schon vertraut ist.

Bad Hersfeld – Klein, aber oho: Wenn Janina Stopper im Fernsehen zu sehen ist, dann oft als Mörderin. Doch die zierliche Schauspielerin kann auch anders. Auf der Theaterbühne ebenso wie im Synchronstudio übernimmt sie häufig Kinderrollen oder Tierfiguren.

Ein Problem hat Stopper damit nicht, im Gegenteil: Denn die unter 1,60 Meter kleine Schauspielerin mit der jungen Stimme besetzt damit eine Nische und verfügt über ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen steht sie dieses Jahr als Momo auf der Bühne.

Die Rolle des Mädchens mit dem Wuschelkopf, das den Menschen die verlorene Zeit zurückbringen will, hat sie bereits zwei Mal beim Kultursommer in Garmisch-Partenkirchen gespielt, und zwar ebenfalls unter der Regie von Georg Büttel, der nun in Bad Hersfeld inszeniert. Auch die Stadt ist ihr vertraut, denn es ist bereits Stoppers drittes Engagement bei den Festspielen. Viel gesehen von Hersfeld und Umgebung hat sie in den vergangenen Jahren jedoch nicht; das soll sich diesmal ändern. Die Zeit dafür will sich die Wahl-Berlinerin auf jeden Fall nehmen ....

Die größten Zeitfresser in ihrem Leben? „Handy und Instagram!“, gesteht Stopper, ohne lange zu zögern und lacht. Zeit sparen, wie es die grauen Herren bei „Momo“ im Sinn haben, wolle sie zwar nicht, sich aber gerne mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben nehmen, wie Familie und Freunde besuchen oder an den See fahren.

Sich in Kinderfiguren hineinzuversetzen falle ihr leicht, so Stopper. „Mir gefällt es, mit kindlicher Naivität an Dinge heranzugehen. Ich habe den Sandkasten nie ganz verloren.“ Doch die Schauspielerin ist nicht nur gern Kind, sie ist auch Mutter. Ihr Sohn ist inzwischen drei Jahre alt und wird sich das Familienstück „Momo“ gemeinsam mit Papa anschauen dürfen. „Kinder sind oft das strengere Publikum und verstehen meist mehr als man denkt“, weiß Stopper aus Erfahrung. Abwechslung bei den Rollen und Genres kommt ihr gut zupass. „Ich bin Sternzeichen Zwilling, mich langweilen Sachen schnell.“ Zudem komme man so nicht in die Situation, sich auf seinem Können auszuruhen. „Für mich ist das genau das Richtige“, freut sich Stopper über ihren Job. Alternativ könne sie sich allenfalls einen anderen Beruf im Bereich Kunst und Kultur vorstellen, wo Fantasie und Toleranz eine besondere Rolle spielten. Dass ihr Partner Tischler ist, sei jedoch kein Problem. „Ich glaube, auch für Kinder ist es spannend mit zwei unterschiedlichen Menschen aufzuwachsen“, so Stopper. Kreativ sei ihr Freund als Handwerker aber ebenfalls, erzählt sie.

Dass sie ihr eigenes Handwerk von der Pike auf gelernt hat, obwohl sie längst im (TV)Geschäft war, komme ihr in Bad Hersfeld definitiv zugute. „Ohne diese Ausbildung könnte ich die Stiftsruine nicht bespielen“, glaubt sie. Generell sei beim Theater nicht nur mehr Stimme, sondern auch eine andere Körperlichkeit gefragt. Umso anstrengender sind nun die Proben mit Maske – um endlich wieder spielen zu können, nehme sie das aber gern in Kauf. (Nadine Maaz)

Zur Person

Janina Stopper kommt aus München, lebt seit einigen Jahren aber in Berlin. Schon mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera. Sie ist seitdem regelmäßig in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, sie spielt Theater, spricht Hörspiele und arbeitet als Synchronsprecherin. Ihre Schauspielausbildung absolvierte Stopper 2014/2015 an der ehemaligen Hochschule für Film und Fernsehen – Konrad Wolf, jetzt Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam. Für ihre Leistungen wurde Stopper mehrfach ausgezeichnet, etwa 2007 mit dem New Faces Award sowie dem Nachwuchsförderpreis des Bayerischen Fernsehpreises für ihre Hauptrolle als überforderte Teenager-Mutter im Tatort „Kleine Herzen“. Bei den Festspielen war sie 2016 in „Hexenjagd“ zu sehen und 2017 in „Martin Luther – Der Anschlag“ (2017). (Momo, Premiere: 2. Juli, 20 Uhr, Stiftsruine)

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