Auftakt mit Finanzminister Olaf Scholz

Viele Promis und Peer Gynt: So glamourös starteten die Hersfelder Festspiele

Bad Hersfeld. Die 68. Bad Hersfelder Festspiele sind eröffnet. Nach einem glanzvollen Festakt flanierten die Promis über den Roten Teppich zur Premiere von Peer Gynt.

Dieser Artikel wurde zuletzt um 23.03  Uhr aktualisiert - Zum Auftakt hatte Festspiel-Intendant Joern Hinkel gesagt: "Ich glaube an die Kraft der Gedanken. Sie können Leben verändern."

Geschlossener Auftakt: Intendant Joern Hinkel holte die ganze Festspielmannschaft auf die Bühne. Ein Chor aus Ensemblemitgliedern sang dann "Stand by me" - ein Gänsehautmoment. 

Eröffnet wurden die Festspiele von ihrem Schirmherren, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier: Die Festspiele seien ein besonders heller Stern im Reigen der Kulturereignisse, so der Landesvater. Dabei verwies er auch auf die beachtliche finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen und versprach: "Wir werden dabei bleiben."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hielten die Eröffnungsreden. Scholz war bereits gegen 17.30 Uhr mit einem Auto aus Berlin eingetroffen.

In seiner Ansprache schlug der Bundesfinanzminister einen weiten Bogen vom Hersfelder Bürger Konrad Duden über die Stadtgeschichte und die europäische Finanzpolitik hin zum Ibsen-Stück Peer Gynt. Scholz würdigte das kulturelle Engagement der Hersfelder Bürger von der Gründung der Festspiele bis zum heutigen Tag. 

Hielt die Eröffnungsrede: Vizekanzler Olaf Scholz.

Die zunehmende Digitalisierung veranlasste den Finanzminister zum einem Plädoyer für den „lebendigen Faktor“ der Kultur. „Kunst lebt von Aufführungen, live ist die Seele von Kunst“, sagte Scholz. Zwischen Fakten und Fiktion bewege sich auch Peer Gynt, die Titelfigur des Eröffnungsstücks, führte Scholz aus und beschrieb den Egoismus des Charakters. Diesen schwierigen Stoff zu wagen, sei beeindruckend.

Scholz: Die Stiftsruine ist die Elbphilharmonie Hessens - nur viel älter

Scholz ging natürlich auch auf den Spielort Stiftsruine ein, den der Hamburger als „die Elbphilharmonie Hessens“ bezeichnete. Nur sei die Ruine eben „viel, viel älter - und hoffentlich nicht so teuer“.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hatte zuvor in seiner Begrüßung auf die hohe Wertschöpfung durch die Festspiele verwiesen. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Spielzeit 2017 hatte die Umwegrentabilität auf 6,5 Millionne Euro beziffert.

Lobte den Intendanten - und bekam dafür viel Beifall: Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling. 

Fehling nutzte die Gelgenheit, einmal mehr für die Ausgründung des Theaterbetriebs in eine gemeinnützige GmbH zu werben, um ihn vor dem Risiko schwankender Steuereinnahmen zu schützen. Er kündigte an, die Stadtverordnetneversammlung nach der Sommerpause über eine entsprechende Beschlussvorlage entscheiden zu lassen.

Gänsehaut-Momente

Gänsehaut-Momente sind eine überstrapazierte Floskel. Aber es gab sie gleich mehrfach beim Festakt. Gleich zu Anfang, als der junge Schüler Lorenz Rödiger unbeeindruckt von Kulisse und Zuschauern „Solveigs Lied“ auf dem Saxophon spielte. 

"Solveigs Lied" auf dem Saxophon: Der Schüler Lorenz Rödiger ließ sich von Publikum und Kulisse nicht im Mindesten beeindrucken. 

Und gleich hinterher, als Intendant Joern Hinkel ganz unverkrampft neben all den Ehrengästen auch Mama, Papa und die lieben Brüder begrüßte. Doch dann wurde er ganz ernst, als er von der Probenarbeit mit zwei afghanischen Schauspielern berichtete. „Wir können kritisieren und reflektieren, ohne um unser Leben zu fürchten“, beschrieb er den Unterschied zu den einheimischen Darstellern. Die Mauern der Stiftsruine seien deshalb nicht als Abgrenzung, sondern als Schutz oder eine Umarmung zu verstehen.

Und noch einmal Gänsehaut, als der Intendant ans Klavier wechselte und den Chor von Ensemblemitgliedern und Mitarbeitern begleitete. Der von Christoph Wohlleben einstudierte Evergreen „Stand by me“ stand für die Gemeinsamkeit, die die Festspieler füreinander empfinden. Musik gab es ein weiteres Mal von Mitgliedern des „Titanic“-Ensembles, die passend zum Spielort „In diesen heil’gen Hallen“ aus der „Zauberflöte“ sangen.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Vizekanzler Olaf Scholz und Hessens Landesvater Volker Bouffier ließen ihre Signatur da. 

Und feierlich wurde es dann auch noch, als sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Hessens Landesvater Volker Bouffier ins Goldene Buch der Stadt eintrugen.

Es ist voll auf dem Roten Teppich

Seit 19.30 Uhr wurde es dann voll auf dem Roten Teppich: Zur Premiere von Henrik Ibsens "Peer Gynt" kamen viele prominente Ehrengäste, darunter Richy Müller, Frank Plasberg, Helen Schneider, Petra Roth, Samuel Koch, Walter Plathe und Box-Legende Henry Maske.

Roter Teppich zum Auftakt der Bad Hersfelder Festspiele

Es ist immer dieser Moment, der so richtig deutlich macht, dass es wieder soweit ist: Prominente aus Film, Funk und Fernsehen, aus Politik und Kultur sind über den Roten Teppich unterwegs in Richtung Stiftsruine.

Voll war es am Rand des Roten Teppichs, wo nicht nur viele Bad Hersfelder sich die Gelegenheit zum „sehen und gesehen werden“ nicht entgehen ließen, sondern auch etwa 50 Fotografen auf tolle Promi-Bilder hofften.

Es blitzen nicht nur die Fotografen: Mehr als 500 Zuschauer hatten sich am Rand des Roten Teppichs eingefunden, um das Stelldichein der Stars zu sehen. 

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Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Sebastian Schaffner

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