Festspiele

Huber und Schafmeister: Zwei, die sich blendend verstehen

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Sind immer für einen Spaß zu haben: Stefan Huber (links) und Heinrich Schafmeister kennen sich seit ihrem ersten Engagement in Aachen. Jetzt arbeiten sie für die Bad Hersfelder Festspiele zusammen und posieren hier fürs Foto mit den beiden Konrads im Stiftsbezirk.

Bad Hersfeld – Kennengelernt haben sich Stefan Huber und Heinrich Schafmeister vor mehr als 30 Jahren. Damals arbeiteten beide als Schauspieler am Theater Aachen.

 „Wir waren ein kleiner Clan innerhalb des Ensembles und verstanden uns gut“, erinnert sich Stefan Huber.

Der damalige Schauspieldirektor Dieter Löbach habe sehr auf junge Leute gesetzt und ermöglichte ihnen, sich auszuprobieren. „Macht doch mal selber ein Stück“, habe Löbach den jungen Talenten aufgetragen, berichtet Schafmeister. Und weil es keinen Regisseur für das Experiment gab, übernahm Huber die Rolle als Spielleiter. „Ich hatte eigentlich nie angestrebt, Regie zu machen“, sagt Huber. Aber dann fing er Feuer für die neue Aufgabe und hat sich inzwischen zu einem der renommiertesten Musical-Regisseure in Deutschland hochgearbeitet.

In Aachen blieben Huber und Schafmeister nur einige Jahre, dann hatten sie das Bedürfnis, etwas Neues zu machen, sagt Stefan Huber. Und obwohl sie immer mal wieder hörten, was der jeweils andere machte, haben sie sich erst jetzt in Bad Hersfeld wiedergetroffen und festgestellt, dass es noch funktioniert zwischen ihnen. „Das ist wie bei einem Klassentreffen“, sagt Heinrich Schafmeister.

Er freut sich darauf, im Musical „Funny Girl“ die Rolle des Florenz Ziegfeld jr. spielen zu können. Ziegfeld war ein amerikanischer Theater- und Fillmproduzent und bekannt für aufwendige Bühneninszenierungen mit Akrobaten, Jongleuren, Komikern und Tänzerinnen. „Dieser Mann entdeckt in Fanny Brice die Komödiantin und holt sie in seine Show“, beschreibt Schafmeister seine Figur als leidenschaftlichen Theatermacher, dem die Qualität und spektakuläre Effekte wichtiger waren, als die Kosten.

Auch wenn seine Figur nicht singen und tanzen darf, genießt Schafmeister die Arbeit in einer Musical-Produktion. „Der Tag fängt mit Musik an, das ist super“, sagt er und erzählt von seinen Erfahrungen in „Cage aux Folles“. Da habe er Stöckelschuhe und luftige Sachen tragen müssen, „das fand ich schön.“

„Funny Girl“ sei die Geschichte einer starken Frau, erklärt Stefan Huber, eine Emanzipationsgeschichte. Für Fanny Brice stelle sich immer wieder die Frage, ob sie ihr eigenes Leben und ihre Karriere in den Vordergrund stelle oder das gemeinsame Leben mit Nick Arnstein. Der ist ein professioneller Spieler, der zu seinem Vorteil auch einen flexiblen Umgang mit Recht und Gesetz pflegt und dafür mehrfach im Gefängnis landet.

Fanny Brice sei eine Frau, die sich nicht unterordnen wolle und immer zu sich stehe, Themen des Musicals seien aber auch Standesunterschiede oder auch die Bedeutung guten Aussehens für die Bühnenlaufbahn. „Schauspielerin hätte ich nicht werden wollen“, räumt Schafmeister ein, dass Frauen es in dieser Beziehung auch heute noch schwerer haben.

Auf jeden Fall, da sind sich Regisseur Huber und Darsteller Schafmeister einig, sei das Musical „Funny Girl“ besser als der Film. Gesungen werde auf deutsch und englisch, ganz wie es zu den Nummern passe und einige bekannte Hits seien auch dabei, versprechen sie.

Premiere hat „Funny Girl“ am 12. Juli um 21 Uhr. Für die meisten Vorstellungen gibt es noch Restkarten.

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