Bad Hersfelder Festspiele

Kim Duddy choreografiert das Musical „Goethe!“

Freut sich, in Bad Hersfeld arbeiten zu können: Kim Duddy ist die Choreografin des Musicals „Goethe!“. Ihre Theaterarbeit begann sie als Tänzerin am Broadway in New York.
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Freut sich, in Bad Hersfeld arbeiten zu können: Kim Duddy ist die Choreografin des Musicals „Goethe!“. Ihre Theaterarbeit begann sie als Tänzerin am Broadway in New York.

Ihre Karriere hat Kim Duddy, die in diesem Sommer als Choreografin für das Musical „Goethe!“ in der Stiftsruine arbeitet, als Tänzerin am Broadway in New York begonnen.

Bad Hersfeld - Nach ihrem Studium des klassischen Balletts in New York war sie dort zehn Jahre lang als Darstellerin in verschiedenen Produktionen tätig und arbeitete unter anderem mit Bob Fosse, einem der erfolgreichsten Broadway-Choreografen und Regisseure, zusammen. Er hatte großen Einfluss auf ihre Arbeit.

1987 kam sie als Tänzerin mit dem Musical „Cats“ nach Wien – und begann den zweiten Teil ihrer Karriere. „Es war das erste große Musical im deutschsprachigen Raum“, erinnert Duddy sich. Und es war ein Erfolg.

Für weitere Produktionen wurden Leute gebraucht, die sich auskannten mit den amerikanischen Shows: Kim Duddy war als Choreografin dabei: „It was really spannend“ mit den führenden Leuten vom Broadway und Peter Weck als Intendant, sagt Duddy, die gerne deutsche und englische Ausdrücke kombiniert. Sie begleitete den Siegeszug des Musicals durch Theater in Österreich und Deutschland mit ihren Choreografien und auch als Tänzerin.

Ein schwerer Unfall mit 46 Jahren setzte ihrer Laufbahn als Tänzerin ein jähes Ende, nicht jedoch ihrer Karriere. „Danach ging es erst richtig los“, erzählt Kim Duddy, die inzwischen nicht nur für die Bühne arbeitet, sondern auch für Fernsehen und Kino in ganz Europa. Sie führt Regie und hat eigene Musicals geschrieben.

Mittlerweile, so freut sie sich, gebe es auch in Deutschland und Österreich viele Talente und viele tolle Choreografen und Regisseure. Dass sie als Choreografin nicht mit ihren Kollegen zusammenarbeiten kann, bedauert sie. Umso schöner findet sie es, dass es endlich mit einer Zusammenarbeit mit Gil Mehmert geklappt hat.

„Wir haben einander mehrere Jahre umkreist und waren beide überzeugt, dass es mit uns gut funktionieren würde“, sagt Kim Duddy. Und das tut es, auch wenn es für Duddy ein wenig ungewohnt war, in eine Produktion einzusteigen, in der schon so viel vorneweg gedacht, wenn auch nicht festgelegt war.

Gemeinsam mit Gil Mehmert und dem Ensemble habe sich „Goethe!“ entwickelt. „Wir haben viel experimentiert und nicht jede Idee hat funktioniert“, erzählt Duddy. Diese Arbeitsweise verlange viel von allen Beteiligten, „vor allem gute Nerven“, lacht die Choreografin und sie lobt das Ensemble für seine Einsatzbereitschaft und Offenheit.

„It’s always eine Herausforderung“, sagt sie. Sie hat noch keine Produktion in der Stiftsruine gesehen aber gehört, dass hier auf sehr hohem Niveau gearbeitet werde – ihre bisherigen Erfahrungen bestätigen das.

Da sie selbst nicht mehr alles vormachen kann, was sie sich von ihrem Ensemble wünscht, ist sie froh, einen kompetenten Assistenten zu haben – Juriaan Bles, der schon seit Jahren in der Stiftsruine mitwirkt und auch schon mehrere Projekte mit Schülern umgesetzt hat, sei wunderbar und erlebe gerade einen steilen Aufstieg, sagt Duddy.

Wie schwer es für Musicaldarstellerinnen und Darsteller ist, hat sie in ihrer Zeit in New York erlebt. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, fair mit ihnen umzugehen und ihnen beim Casting und den Auditions das Gefühl zu geben, dass sie wirklich gesehen und gehört werden.

Immer wieder hat sie die Erfahrung gemacht, dass der erste Eindruck nicht alles ist, dass Menschen ein wenig Zeit brauchen, um sich zu öffnen. „Ich habe schon oft den Knoten platzen sehen“, sagt sie. Ihr mache es wirklich Freude, nicht nur selbst erfolgreich zu sein, sondern auch die Karriere von anderen zu fördern.

Von Christine Zacharias

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