Fünf Millionen Euro Budget

Detaillierter Ablaufplan: Festspielgebäude soll 2023 fertig sein

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Hier soll es hin: Anstelle des alten Zollamts im Stiftsbezirk - hier die Rückseite - soll das Funktionsgebäude für die Bad Hersfelder Festspiele gebaut werden. Aktuell wird die Immobilie als Lager genutzt.

Für das lange dahindümpelnde Projekt des Multifunktionsgebäudes für die Bad Hersfelder Festspiele gibt es jetzt einen detaillierten Plan: Der Neubau soll im Frühjahr 2023 fertig sein.

Nach Stand der Dinge könnte der Baubeginn im März kommenden Jahres erfolgen. Der von der Stadtverordnetenversammlung gedeckelte Kostenrahmen von fünf Millionen Euro würde eingehalten.

All diese Punkte sind das Ergebnis der Bemühungen des neuen Projektleiters Torsten Wiegand in der städtischen Bauverwaltung, der die Federführung des Vorhabens im vergangenen September übernommen hat.

Zuvor hatte das Projekt einige Jahre in der Warteschleife gehangen – trotz der vom örtlichen Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) erlangten Zusage einer Bundesförderung für die Hälfte der Baukosten (maximal 2,5 Millionen Euro) und trotz des Spitzenplatzes auf der Liste der von den Stadtverordneten beschlossenen Hessentagsprojekte.

Ein weiteres Hindernis waren die von den Festspielen formulierten Ansprüche an das Raumprogramm, die zusätzliche Kosten von rund zwei Millionen Euro bedeutet hätten. Darüber war zuletzt im Haupt- und Finanzausschuss öffentlicher Streit entbrannt.

Der ist jetzt beigelegt. Der mit den Festspielen abgestimmte Kompromiss sieht einen weitgehenden Verzicht auf die Werkstätten vor, aber die Beibehaltung einer Probenbühne. Dass die Arbeitsbedingungen für Maske, Schneiderei, Intendanz und Festspielverwaltung am gegenwärtigen Standort im Fruchtmagazin aktuell problematisch bis unzumutbar sind, steht dabei außer Frage. Auch hier soll der Neubau Abhilfe schaffen.

Eine Idee: Die bisher kursierende Visualisierung des Neubaus ist lediglich ein Vorschlag. Konkrete Pläne wird erst der Architektenwettbewerb ergeben. Foto: privat/Archiv

Nächster Schritt wird nun der Architekturwettbewerb sein, mit dessen Ergebnissen man im Mai dieses Jahres rechnet. Mit den drei Preisträgern soll dann im Juni verhandelt werden.

Der Abriss des ehemaligen Zollamtes könnte Ende November beginnen. Da sich der Bauplatz im Bereich der ehemaligen Klosteranlage befindet, werden sich sicher auch die Archäologen mit dem historischen Grund beschäftigen wollen. Das könnte eventuell für Verzögerungen sorgen. Davon und vom Wetter abhängig soll nach dem jetzigen Zeitplan ab März 2021 gebaut werden.

Ins Fünf-Millionen-Budget teilen sich Bund und Stadt nahezu hälftig: An Eigenmitteln der Stadt sind 2,575 Millionen Euro eingeplant. Bauherr sind die städtischen Wirtschaftsbetriebe.

Von Karl Schönholtz

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