Fraktion und Stadtverband üben Kritik

Bad Hersfelder CDU geht auf Distanz zu Bürgermeister Thomas Fehling

+
Fraktionsvorsitzender Andreas Rey. 

Fraktion und Stadtverband der Bad Hersfelder CDU gehen auf Distanz zu Bürgermeister Thomas Fehling und wollen im Stadtparlament künftig in ihrem Sinne Mehrheiten suchen.

Fehlings Umgang mit leitenden Mitarbeitern in der Verwaltung, verbale Entgleisungen in Facebook-Kommentaren und die mangelnde Präsenz des Bürgermeisters bei wichtigen Veranstaltungen haben die Christdemokraten jetzt veranlasst, das Unterstützer-Bündnis in der Stadtverordnetenversammlung aufzukündigen.

Dies ist das Ergebnis einer Sondersitzung, das jetzt Fraktionschef Andreas Rey und der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Lars Ullrich unserer Zeitung mitteilten. „Wir schauen uns das schon lange an, aber jetzt ist der Bogen überspannt“, sagte Rey und verwies auf den Ersten Stadtrat Gunter Grimm als Gegenbeispiel, der als Vertreter Fehlings seine Aufgabe im Ehrenamt geradezu vorbildlich erfülle.

Lars Ullrich, der stellvertretende Stadtverbandschef

 Lars Ullrich verwies auf zahlreiche Baustellen in der Stadtentwicklung, die endlich bearbeitet werden müssten. Als Beispiele nannte er das Kirchplatz-Ensemble, das Haus Markt 16, eine aktive Wirtschaftsförderung und den umfangreichen Komplex des Stadtmarketings. „Mit dem Bürgermeister sehen wir keine Möglichkeit, unsere Ziele umzusetzen“, sagte er. Andreas Rey kündigte an, die CDU werde im Stadtparlament ihre Stimmen „sehr sorgsam“ einsetzen und in ihrem Sinne Mehrheiten suchen. Die SPD habe sich dabei in der Vergangenheit schon als zuverlässiger Partner erwiesen.

Man sei allerdings „nicht kategorisch gegen den Bürgermeister“, stellten beide Christdemokraten klar. Auch sei eine Rücktrittsforderung in der Sitzung kein Thema gewesen.

Vielmehr gelte es jetzt, in der Stadtverordnetenversammlung Arbeitsaufträge für die Verwaltung zu formulieren und Impulse zu geben, sagten Rey und Ullrich. ks