Wechsel an der Spitze

„Wortreich“ : Schwierige Zeiten beim Mitmachmuseum in Bad Hersfeld - Ideen werden gesucht

Schlusssirene für den Geschäftsführer: Frank Effenberger, der das „Worteich“ nach den Turbulenzen um seine Vorgängerin wieder stabilisiert hat, verlässt die Ausstellung mit der Spielstation „Wörterball“. Foto: Sebastian Schaffner

Als „nach wie vor sehr schwierig“ bezeichnet Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling die Situation der Mitmach-Ausstellung „Wortreich“ im Schilde-Park.

Zwar befindet sich die Wissens- und Erlebniswelt nach den Turbulenzen um die ehemalige Geschäftsführerin Karina Gutzeit „wieder in ruhigem Fahrwasser“, auch hätten sich die Besucherzahlen stabilisiert, teilte Fehling auf Anfrage unserer Zeitung mit. 

Gleichwohl werde das „Wortreich“ bei Weitem nicht so gut besucht wie bei der Eröffnung 2011 prognostiziert und schreibe Jahr für Jahr rote Zahlen. „Hier gilt es weiterhin nach guten Ideen zu suchen, um einerseits ein wertvolles touristisches Angebot zu erhalten und andererseits die Verluste nicht ins Uferlose laufen zu lassen“, sagte Fehling.

Aktuell gibt es an der Spitze des „Wortreichs“ einen weiteren Wechsel

 Sowohl Geschäftsführer Frank Effenberger als auch Aufsichtsratsvorsitzender Gunter Grimm werden ihre Funktionen zum Jahresende aufgeben. Beide hätten sich nach der Trennung von Karina Gutzeit bereit erklärt, die Ausstellung für eine Übergangszeit zu betreuen. Frank Effenberger werde sich künftig wieder auf seinen ursprünglichen Tätigkeitsbereich in der Stadtverwaltung konzentrieren müssen, teilte der Bürgermeister mit. Auf den IT-Fachmann warten die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und die Einführung der e-Akte.

Bad Hersfeld Bürgermeister Thomas Fehling übernimmt Vorsitz im Aufsichtsrat

Thomas Fehling selbst wird fortan den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen, Christian Scholz, der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsbetriebe, zusätzlich auch den Chefposten im „Wortreich“.

Die Mitmach-Ausstellung zum Themenkomplex Kommunikation und Sprache war 2011 eröffnet worden. Die annähernd 100 Exponate und Spielstationen sollten nach der Prognose der Bremer Firma Petri + Tiemann, die das Konzept für die Ausstellung erdacht hatte, um die 100.000 Besucher nach Bad Hersfeld ziehen, im ersten Jahr sogar noch 30.000 mehr.

"Wortreich" - Museum schreibt rote Zahlen

Diese Zahlen sind nie auch nur annähernd erreicht worden, momentan hat sich die Besucherzahl bei rund 25.000 jährlich eingependelt. Obwohl personell reduziert und auch sonst kräftig gespart wurde, schreibt das als gGmbH firmierende und in den städtischen Wirtschaftsbetrieben angesiedelte „Wortreich“ permanent rote Zahlen, 2018 um die 200.000 Euro.

Zum Problem wird auch die Ausstellung selbst: Für die planmäßige Erneuerung sollte eigentlich Geld zurückgestellt werden. Das ist nicht geschehen. Etliche Stationen sind in die Jahre gekommen und reparaturanfällig. Außerdem fehlt der Reiz, hier bei einem zweiten oder dritten Besuch etwas Neues zu erleben.

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