Keine Fördermöglichkeit für Markt 16

Bad Hersfeld sucht neuen Standort fürs Archiv

Im neuen Sanierungsgebiet E im Bereich der Antoniengasse könnte ein Neubau für das Stadtarchiv platziert werden. Der ursprünglich vorgesehene Standort im Haus Markt 16 scheidet wegen fehlender Fördermöglichkeiten aus. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Für den bisher geplanten Umbau des Fachwerkgebäude Markt 16 zum Stadtarchiv gibt es kein Fördergeld vom Land. Deshalb soll nun ein Neubau im Sanierungsgebiet E in der Antoniengasse geprüft werden.

 Die Idee, das Stadtarchiv künftig im Haus Markt 16 – dem ehemaligen Ordnungsamt an der Uffhäuser Straße – unterzubringen, schien nach langer Suche der Weisheit letzter Schluss. Was diesen Plan jetzt durchkreuzt hat, ist die fehlende Fördermöglichkeit durch das Land. „Wir haben lange gesucht, aber nichts gefunden“, teilte Johannes van Horrick, Leiter der Bauverwaltung, am bei der gemeinsamen Sitzung von Kulturausschuss und Haupt- und Finanzausschuss mit. Weil die Stadt die millionenteure Sanierung und Einrichtung des Fachwerkbaus nicht ohne Unterstützung stemmen möchte, musste erneut nach einem denkbaren Standort fürs Archiv Ausschau gehalten werden.

„Etwas Vernünftiges“

Der könnte nun im neuen Sanierungsgebiet E liegen, das sich von der Antoniengasse bis zum Levering-Gebäude um die Innenstadt schmiegt. Hier können über zehn Jahre insgesamt sieben Millionen Euro Fördermittel abgerufen werden, wenn „etwas Vernünftiges“ damit angefangen wird. Der Neubau eines Archivgebäudes fiele laut van Horrick sicherlich in diese Kategorie.

So recht glücklich waren die Parlamentarier mit dieser Entwicklung der Dinge allerdings nicht. Hans-Heinrich Jäger (FDP) und Hans-Jürgen Schülbe (UBH) machten aus ihrer Unzufriedenheit mit dieser neuerlichen Verzögerung keinen Hehl. „Es eilt“, stellte Jäger fest und verwies auf kürzlich wiederentdeckte Unterlagen, in denen sich Schriftverkehr mit Konrad Duden, dem ehemaligen Direktor des Königlichen Gymnasiums, fand und Dokumente zur Wiedereingliederung von belasteten Lehrern nach 1945. „Das alles ist unwiederbringlich verloren, wenn wir nicht bald eine Lösung finden“, machte Jäger deutlich. Beide Ausschüsse stimmten für einen Förderantrag.

Über die unzureichenden Zustände in den derzeitigen Archivräumen unterhalb der Stadtbibliothek herrscht in den Gremien ohnehin Einigkeit.

Von Karl Schönholtz

Kommentare