Kein Tabu-Thema

Verein „Die Brücke“ eröffnet neuen Standort in Bad Hersfeld

Das Gruppengefühl stärken: Im Fertigungsraum der neuen Räumlichkeiten des Vereins „Die Brücke“ möchte der hauptamtliche Mitarbeiter Wolfgang Pfaff bald handwerkliche Gruppentreffen veranstalten. Foto: Laura Hellwig

Bad Hersfeld. Der Verein „Die Brücke“ hat seinen neuen Standort an der Johannesstraße in Bad Hersfeld eröffnet. 

Seit über 20 Jahren gibt es den Café-Treff des Vereins „Die Brücke“. Es ist damit das älteste Angebot des Vereins für psychosoziale Hilfen im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Am Mittwochnachmittag haben die Verantwortlichen der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und andere hauptamtliche Mitarbeiter die neuen Räumlichkeiten an der Johannesstraße 20 eingeweiht. Nach der Sommerpause bedeutet die Neueröffnung auch einen Neustart in die nächste Saison.

Der neue Standort umfasst unter anderem einen Informationsraum, einen Fertigungsraum und einen großen Multifunktionsraum mit angrenzender Küche. Hier soll in Zukunft der wöchentliche Café-Treff stattfinden. Immer Mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, neue Menschen zu treffen, sich auszutauschen oder sich über psychische Erkrankungen zu informieren.

Das Angebot der Brücke unterscheidet sich von anderen Cafés. „Unsere Mitarbeiter sind nicht einfach Bedienungen, sondern Ansprechpartner, die immer ein offenes Ohr für die Gäste haben,“ erklärt Stefan Putz. Die Mitarbeiter der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle gehen offen auf die Gäste zu und binden sie in die Gruppengespräche ein. 15 bis 20 Patienten nehmen das Angebot wöchentlich wahr. Der neue Standort soll auch dazu dienen, der weiterhin wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Mit dem Duft von frisch gebackenen Crepes lockten die Mitarbeiter am Nachmittag die Besucher in die Räumlichkeiten. Weiterhin gab es ein Kuchenbuffet, Eiskaffee und alkoholfreie Cocktails. Frischer Kaffee aus einem antiken Kaffeeröster wurde dem Gästen auch angeboten. Mit dem ansprechenden Programm wolle man jeden erreichen, gesunde wie kranke Menschen, sagt Putz. Mit dem zentralen Standort in der Innenstadt möchte der Verein Präsenz zeigen und klar machen, dass psychische Krankheiten kein Tabu-Thema sind.

Der Schritt in einen normalen Alltag soll damit vereinfacht werden. Genauso sind auch andere vom Verein organisierte Gruppentreffen darauf bedacht, das Gruppengefühl zu fördern und das Alltagsleben zu erleichtern. So veranstaltet Stefan Putz beispielsweise eine Kochgruppe, in der die Teilnehmer einfache Rezepte nachkochen. Zudem gibt es eine Computergruppe und in dem neuen Fertigungsraum sollen bald Holzarbeiten entstehen.

Jedes Jahr finden 500 bis 800 Beratungen in der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle statt. Darunter sind Menschen, die sich in Lebenskrisen befinden oder psychisch erkrankt sind. Aber auch Paare die sich in einer Krise befnden, können bei der Brücke beraten werden. (lh) 

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