"Spannend, fordernd und real"

Techniker präsentieren ihre Abschlussarbeiten in Bad Hersfeld

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Präsentierten die Weiterentwicklung des Industrieroboters: Studierende, Lehrer und Firmenvertreter. 

Die Absolventen der Technikerschule am Obersberg haben beim Hessentag in Bad Hersfeld ihre Abschlussarbeiten vorgestellt. 

Kein Heimspiel, dafür neues Publikum: Nicht wie üblich am Obersberg, sondern im Foyer der Bad Hersfelder Stadthalle haben die aktuellen Absolventen der Technikerschule diesmal ihre praktischen Abschlussarbeiten präsentiert.

Ein sprechender Roboter winkte auch „fremde“ Menschen während Hessentags in die kleine Ausstellung.

Die Projektarbeiten sind fester Bestandteil der Fortbildung zum staatlichen geprüften Techniker, der an den Beruflichen Schulen Obersberg in Vollzeit oder in Abendkursen als Teilzeitstudium absolviert werden kann. Voraussetzung sind eine einschlägige Berufsausbildung und erste Berufserfahrung.

In drei Gruppen hatten die 15 Absolventen der zwei Fachrichtungen Elektrotechnik und Mechatronik laut Einladung „Lösungen zu anspruchsvollen Aufgaben aus den Bereichen Automatisierungstechnik und Mechatronik erarbeitet“. Unterstützung erhielten sie dabei von ihren Lehrern, aber auch von den kooperierenden Unternehmen. Den Großteil der Arbeit müssen die Studierenden in theoretisch 1000 Schulstunden aber natürlich selbstständig erledigen. Theoretisch, denn die meisten investierten mehr, schließlich seien die Projekte der krönende Abschluss. Unter den 15 Absolventen war erneut keine einzige Frau. Schade findet das auch Abteilungsleiter Michael Weiser. „Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Mädchen und Frauen für Technik interessieren würden“, so Weiser.

Daniel Grewe erläutert die Teststation für Caldan. 

Folgende Projekte gab es zu bestaunen: Für die Firma Engrotec aus Hünfeld haben die Techniker einen Industrieroboter weiterentwickelt, der mithilfe einer Kamera und Bildverarbeitung in Sekundenschnelle erkennt, ob ein Hochregal gefüllt ist beziehungsweise wo aufgefüllt werden muss. So werden nur die Positionen angefahren, die nötig sind. Mittels Laser würde das viel länger dauern und aufs Jahr gerechnet seien zwei gewonnene Sekunden pro Durchlauf durchaus viel, wie Markus Lingelbach, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Engrotec, betonte. Für Calden (Bad Hersfeld) wurde eine Teststation entwickelt, mithilfe derer Fehler schon vor der Installation und Inbetriebnahme von Anlagen beim Kunden entdeckt und minimiert werden sollen. Für Schulungszwecke kann die Station ebenfalls genutzt werden.

Ein Luftmotoren-Prüfstand soll bei der Firma Schwalm Kanalsanierung zum Einsatz kommen. Die technischen Details sind für Laien schwer verständlich, eines aber wird schnell klar: Die Arbeiten werden nicht fürs Publikum erledigt, sondern für den tatsächlichen Einsatz. Von den Kooperationen profitieren letztlich alle: die Schüler, die Schule und auch die Unternehmen, die auf der Suche nach Fachkräften sind.

Die Projekte sollen laut Oliver Heußner, der Robotik unterrichtet, „spannend, fordernd und real“ sein, und außerdem alle Fächer verbinden – bis hin zum Deutschunterricht bei der Projektbeschreibung.

Die Eröffnungsrede hatte Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, vor gut 100 geladenen Gästen gehalten. (nm)

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