Zudem Anti-Aggressions-Training

Schüler wegen Körperverletzung zu einer Woche Dauerarrest verurteilt

Bad Hersfeld. Ein 18-jähriger Schüler aus Bad Hersfeld wurde am Montag vom Jugendschöffengericht wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch zu einer Woche Dauerarrest verurteilt. 

Der 18-Jährige bekam damit einen „Schnupperkurs“ für das Jugendgefängnis. Er war dazu kein unbeschriebenes Blatt – er hatte schon ein Verfahren hinter sich, zusätzlich lag die nächste Anklage bereits auf dem Tisch, vier weitere werden noch bei der Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt. Die Liste der weiteren Straftaten beinhaltet unter anderem Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Einbruch sowie Diebstahl.

Die Körperverletzung spielte sich im Juni 2017 auf dem Gelände der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld ab. Das Opfer habe angeblich den kleinen Bruder des Angeklagten geschlagen und sei bei der Frage nach Klärung des Vorfalls frech geworden. 

Auf einem privaten Handy-Video, das als Beweis angeführt wurde, ist deutlich zu sehen, wie der Angeklagte den anderen Jungen mit einer metallenen Werkzeugverlängerung zweimal hintereinander kräftig ins Gesicht schlägt. Das Opfer trug Schmerzen und einen blauen Fleck im Gesicht davon.

Schüler schubste Lehrer bis er das Handy fallen ließ

Bei dem Hausfriedensbruch, zu dessen Klärung zwei Zeugen geladen waren, handelte es sich um das Sportgelände der Obersberg-Schulen, auf dem im September 2017 die Bundesjugendspiele der Konrad-Duden-Schule stattfanden. 

Der Hersfelder und ein Begleiter wollten dort Freunde treffen, die an der Sportveranstaltung teilnahmen. Sie kamen allerdings nicht weit, da ein Lehrer der Konrad-Duden-Schule die beiden Jugendlichen ansprach, was sie denn dort zu suchen hätten. Sowohl auf diese als auch auf die Frage nach seinem Namen erwiderte der Begleiter, das gehe den Lehrer nichts an.

Daraufhin wurde der Schüler handgreiflich und begann, den Lehrer zu schubsen. Nachdem dessen Handy herunterfiel, zog ihn sein Freund weg, und die beiden entfernten sich von dem Gelände. Der Lehrer erstattete Anzeige, und die Schule stellte einen Strafantrag. 

Weiterhin stellte sich heraus, dass der junge Mann zwei Termine bei der Jugendgerichtshilfe hatte platzen lassen. Es wurde jedoch positiv vermerkt, dass er bei einem sozialen Erfahrungskurs im Juni 2017 den Trainern in guter Erinnerung verblieben war.

Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zusätzlich legte das Jugendschöffengericht unter Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock dem Angeklagten ein Anti-Aggressions-Training auf. Von der Auferlegung der Kosten wurde abgesehen.

Von Dorit Schönholtz

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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