Verein fordert Neuausrichtung / Bürgermeister weist Kritik zurück

Schlagabtausch über das Stadtmarketing in Bad Hersfeld

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Schlagabtausch beim Stadtmarketingverein: Vorsitzender Achim Kniese (stehend links) diskutiert mit Bürgermeister Thomas Fehling.

Das Stadtmarketing in Bad Hersfeld steht am Scheideweg. Es geht um eine Neuausrichtung und professionellere Strukturen. Der Vorstand tritt deshalb nur für ein weiteres Jahr an. 

Das Stadtmarketing in Bad Hersfeld steht an einem Scheideweg. Wie angekündigt wurde der Vorstand des Vereins bei der Hauptversammlung am Montagabend nur für ein Jahr gewählt. 

Zuvor hatte der alte und neue erste Vorsitzende, der Hotelier Achim Kniese, erklärt, warum die Mitglieder des Vereins gemeinsam mit der Stadt eine Neuausrichtung bei Stadtentwicklung und Standortvermarktung erreichen wollen. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, aber es fehlen notwendige Impulse und eine bessere Verzahnung der Aktivitäten“, sagte Kniese. Andere Städte, wie etwa Rotenburg, seien besser aufgestellt. Bad Hersfeld drohe, Boden zu verlieren im immer härter werdenden Wettbewerb der Städte und angesichts der fortschreitenden Digitaliserung nicht nur im Handel.

 „Stillstand ist Rückschritt“ mahnte Kniese und plädierte für einen Stadtmanager als „professionelle Schaltestelle im Rathaus mit entsprechendem Budget“. Man gehe „ergebnisoffen“ in die Gespräche darüber mit der Stadt. Sollten diese aber ergebnislos bleiben, dann sei nach Jahresfrist auch die Auflösung des Stadtmarketingvereins denkbar. 

Bürgermeister Thomas Fehling, der zusammen mit Vertretern der Stadtpolitik unter den rund 70 Anwesenden war, wies die Kritik an der Arbeit der Stadtverwaltung und von Kurdirektor Felix Wimhöfer zurück. „Uns fehlende Professionalität vorzuwerfen, das tut weh, denn wir haben ein gutes Team und machen sehr viel.“ 

Er plädierte dafür, „sprachlich wieder abzurüsten“ und fühlte sich von der Kritik seitens des Stadtmarketingvereins „angepieselt“. Denn es habe auch seitens der Stadt diverse Angebote – etwa zum Aufbau eines regionalen Online-Vermarktungsportals – gegeben, auf die es kaum Resonanz seitens des örtlichen Handels gab. „Das ist auch für uns ernüchternd.“ 

Gleichwohl betonte Fehling, er sei weiterhin gesprächsbereit. Dem stimmte auch FDP-Fraktionschef Bernd Böhle zu. 

HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm erklärte, die Ehrenamtlichen des Stadtmarketingvereins stießen an ihre Belastungsgrenzen, die Vorschläge seien daher keine Aggression, sondern vielmehr ein Hilferuf.

Hintergrund

Unter dem Motto „Gemeinsam für Bad Hersfeld“ setzt sich der Stadtmarketingverein dafür ein, die Attraktivität der Stadt für Bürger, Tourismus, Handel, Dienstleister und Freiberufler zu steigern. 

Durch die Zusammenarbeit eines Netzwerks sollen Projekte und Veranstaltungen realisiert werden, die einzelne allein nicht bewältigen könnten und von denen die ganze Region profitiert. 

Knapp 200 Betriebe aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerei, Handel, Handwerk und Dienstleistung arbeiten in dem Verein zusammen.

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