Kunst macht sichtbar

Mitgliederausstellung des Bad Hersfelder Kunstvereins wird eröffnet

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„Form follows function“: Kathrin Gebhardt-Nieselt zeigt Wespennester.

Mit je einem Werk sind 44 Künstlerinnen und Künstler an der Jahresausstellung des Bad Hersfelder Kunstvereins beteiligt. Die Ausstellung wird Freitag um 18.30 Uhr eröffnet.

 Anfang des Jahres wird es immer bunt und vielfältig in der Galerie im Stift im Bad Hersfelder Museum. Dann zeigt der Kunstverein seine Jahresausstellung. 44 Künstlerinnen und Künstler sind in diesem Jahr daran beteiligt, jeder mit einem Werk. Eröffnet wird die Ausstellung heute Abend um 18.30 Uhr.

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar“ – dieses Zitat von Paul Klee haben sich die Mitglieder des Kunstvereins zum Motto gewählt. Die Wirklichkeit hinter der Alltagswirklichkeit, hinter dem vordergründig Sichtbaren, die wollen die Künstler in der Ausstellung zeigen, erläutert Margot Knüpfer.

Durch Kunst könnten gesellschaftliche Zusammenhänge, politische Ideen oder verborgene Dinge sichtbar gemacht werden, indem mit Hilfe von Farbe, Perspektive, Vergrößerung, Verkleinerung oder Komposition bestimmte Aspekte in den Vordergrund gerückt würden, erklärt Ute Henkel. Dabei gebe es keine einheitliche Interpretation. „Jeder empfindet ein Kunstwerk anders, bedingt durch eigne Erfahrungen und Erlebnisse“, ergänzt Brigitte Molnar.

Heute wird die Mitgliederausstellung des Kunstvereins Bad Hersfeld im Museum eröffnet. Ein Team entscheidet darüber, welches Bild wo aufgehängt wird. Im Bild von links: Ute Henkel, Gerhard Kimpel, Brigitte Molnar und Christa Orth mit dem Tryptichon „Bereue nie den Kampf, der dich stärker machte“, in dem die syrische Künstlerin Arya Atti die Geburt thematisiert. Fotos: Christine Zacharias.

Welche Gedanken die einzelnen Künstler sich zu ihren Werken gemacht haben, das erzählen sie gerne bei der Vernissage oder bei einem geführten Rundgang, den der Kunstverein am Sonntag, 26. Januar, ab 15 Uhr anbietet. Bei diesem Termin werden ebenfalls zahlreiche Künstler anwesend sein.

Nicht nur thematisch ist die Ausstellung enorm vielfältig, es gibt auch eine große Bandbreite an Darstellungsformen: Gemälde in Öl und Acryl, Zeichnungen, Fotografien, Kollagen, Textilarbeiten, Installationen, Holz- und Keramikobjekte, Skulpturen und Naturobjekte.

Gezeigt wird übrigens alles, was die Mitglieder abgeben. „Es gibt keine Zensur“, versichert der Vorsitzende Gerhard Zinn.

Doris Fischer hat Porträts der Publizistin Hannah Arendt gezeichnet.

Wie jedes Jahr, hat ein Fünfer-Team des Kunstvereins die Ausstellung gestaltet. Die Entscheidung, welches Bild an welcher Stelle hängt, wurde dabei nach Größe, Wirkung, Thematik und Dynamik getroffen. Es gibt Arbeiten, die brauchen einen neutralen, weißen Hintergrund und sind deshalb im Dachgeschoss am besten aufgehoben, andere wirken auf den Sandsteinmauern im Kapitelsaal besonders gut. Die Werke dürfen sich auch nicht gegenseitig Konkurrenz machen, wohl aber miteinander in Beziehung treten, erklärt Ute Henkel.

Nachdem also alle Mitglieder ihre Arbeiten abgeliefert haben, beginnt die Sichtung und das Ausprobieren. „Oft sind wir der gleichen Meinung“, erzählt Brigitte Molnar. Wenn nicht, werde abgestimmt und dann gelte das Mehrheitsvotum.

Die Ausstellung wird von Stadträtin Birgit zum Winkel eröffnet und musikalisch von Antje Fey-Spengler und Martina Krüger untermalt. Sie ist bis zum 23. Februar zu sehen.

Wer also sehen will, mit welchen Themen sich die Mitglieder des Kunstvereins in den vergangenen Monaten beschäftigt haben, der ist heute Abend ab 18.30 Uhr und dann dienstags bis samstags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr in der Galerie im Stift willkommen.

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