Zur Vorbereitung nach Wien

Mathias Znidarec spielt in "Indien" am Eichhof

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Irgendwann vielleicht in der Ruine: Mathias Znidarec spielt den Heinz Bösel im Eichhofstück „Indien“.

Bad Hersfeld. Auf Schloss Eichhof hat heute "Indien" Premiere. Das Theaterstück hat Mathias Znidarec im vorigen Jahr in Darmstadt selbst inszeniert. In Bad Hersfeld spielt er mit.

Indien kennt Mathias Znidarec ziemlich gut. Zumindest das Theaterstück von Josef Hader und Alfred Dorfer, das heute Abend im Schloss Eichhof Premiere hat. Das hat er nämlich im vorigen Jahr in Darmstadt selbst inszeniert. Und war dabei immer ein wenig neidisch auf die Darsteller, die diese beiden „tollen Rollen“ spielen durften.

Jetzt darf er selber in die Figur des Heinz Bösel schlüpfen und hat schon während der Proben daran viel Freude. Selbst zu spielen oder Regie zu führen sei so völlig unterschiedlich, dass er gar nicht in Versuchung gerate, Regisseur Joern Hinkel hineinzureden, sagt Mathias Znidarec. Zudem sei in Darmstadt eine etwas andere Fassung gespielt worden, noch dazu in südhessischem Dialekt.

Im Eichhof wird dagegen bayerisch und österreichisch gesprochen. Das sei deutlich böser als hessisch, findet Znidarec. Er muss es wissen. Er ist in Darmstadt aufgewachsen und hat in Wien am Max-Reinhardt-Seminar studiert. Erst kürzlich ist er extra noch einmal nach Wien gefahren, um „die melodische, aber doch sehr derbe Sprache zu atmen“, erzählt er. Und er verspricht: „Man kann das alles sehr gut verstehen!“

Und natürlich hofft Znidarec, dass sowohl der Humor ankommt als auch das Tragische im zweiten Teil.

Bei „Indien“ schätzt er vor allem, dass das Stück sowohl sehr lustig sei als auch sehr anrührend. „Es gibt nur wenige Stücke mit dieser Mischung aus Humor und ernsthaftem Kern“, sagt er und schwärmt von den geschliffenen Dialogen. „Da wird jeder auf seine Kosten kommen“, ist er überzeugt.

Den Eichhof findet er für „Indien“ perfekt geeignet: „Ich mag den Raum wahnsinnig gerne.“ Da sei man ganz nah an den Menschen dran, könne mit dem Publikum auf Tuchfühlung gehen und eine direkte Verbindung aufbauen.

Obwohl – irgendwann würde er auch gerne einmal in der Stiftsruine spielen, die ihn schon vor vielen Jahren beeindruckt hat, als er einen Theaterkollegen hier besuchte. „Die Hersfelder Festspiele sind sehr berühmt. Hier zu spielen ist eine Auszeichnung“, betont er.

Mathias Znidarec ist ein leidenschaftlicher Theatermann. „Das ist mein Hobby, für das ich auch noch Geld bekomme“, freut er sich. Und dass er sowohl selbst spielen, die Figuren mit ihren Emotionen leben und sich auf der Bühne bewegen, als auch Regie führen kann, wo er mehr Gestaltungsspielraum hat, Richtung und Gestaltung festlegt, das findet Znidarec genau richtig.

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