Liebe auf den ersten Blick

Erika Barten leitet die Friedrich-Fröbel-Schule in Bad Hersfeld

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Neue Ideen umsetzten: Erika Barten will an der Schulgestaltung aktiv mitwirken.

Bad Hersfeld. Seit letztem Herbst ist Erika Barten neue Schulleiterin der Friedrich-Fröbel-Schule in Bad Hersfeld. Durch den ehemaligen Schulleiter der Friedrich-Fröbel-Schule hatte die 59-Jährige erfahren, dass die Stelle neu besetzt werden soll und sich beworben.

„Ich habe mich von außen in das Haus verliebt“, sagt sie und beschreibt damit den ersten Besuch an der Schule in Bad Hersfeld. Das alte Gebäude hat sie begeistert und die Aufgabe als Schulleiterin gereizt, da sie so an der Gestaltung der Schule mitwirken und eigene Ideen einbringen kann. Auch das Kollegium sei aufgeschlossen und mache gut mit, sagt Erika Barten.

Als neue Schulleiterin will sie verschiedene Vorhaben angehen. Noch in diesem Jahr werden Fassade, Dach und Fenster des Gebäudes sowie der Schulhof erneuert.

Wichtig sind ihr aber auch Projekte mit den Schülern. Zum Beispiel will sie Prävention im Team (PiT) in der Schule einführen. Das ist ein Gewaltpräventionsprogramm des Landes Hessen für Schüler in Zusammenarbeit mit Schule, Polizei und Jugendhilfe. Außerdem legt Erika Barten Wert auf Bewegung und will sich für einen aktiven Sportunterricht einsetzen.

Beraten und fördern

Besonders wichtig ist ihr das Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) der Friedrich-Fröbel-Schule. Dabei betreut die Schule Inklusionsschulen bei ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die einen besonderen Förderbedarf haben. Das ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe, denn immer mehr Schüler haben Förderbedarf und die Regelschulen brauchen entsprechende Unterstützung. Erika Barten gibt auch noch einige Stunden in ihren Unterrichtsfächern Biologie und Sport. „Kinder halten jung“, sagt sie und erklärt weiter, warum ihr die Arbeit mit jungen Menschen Spaß macht.

Sie schätzt die Ideen, die die Kinder und Jugendlichen haben und sieht ihnen gerne bei ihrer Entwicklung zu. Mit einigen ehemaligen Schülern hat sie gelegentlich noch Kontakt. Viele seien hinterher dankbar für die Zeit in der Schule, erzählt Barten, „das freut mich.“

Erika Barten kommt aus Nentershausen und hat in Sontra Abitur gemacht. Danach absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Altenpflege. In Kassel studierte sie Lehramt für die Sekundarstufe eins in den Fächern Biologie und Sport. Ein Zusatzstudium für die Förderschule machte Barten in Marburg und ihr Referendariat anschließend in Kirchhain.

Als fertige Lehrerin hatte sie Mitte der Achtziger-Jahre aber zunächst Probleme eine Stelle zu bekommen, sodass sie eine Weiterbildung in der EDV-Abteilung machte und viele Jahre in Nürnberg bei Datev arbeitete. Dort war sie für Computer-Schulungen und später für die Messeabteilung zuständig. Die Mutter von zwei Kindern hat in Nürnberg auch ihren Mann kennengelernt.

1992 fragte sie beim Land Hessen noch einmal nach einer Lehrerstelle. Als sie ihre Qualifikation als Förderschullehrerin erwähnte, bekam sie umgehend eine Stelle an der Fuldatal-Schule in Melsungen, sodass sie wieder in die alte Heimat zog. Dort arbeitete sie als Lehrerin, als Berufsorientierungsleiterin und als Konrektorin – bis sie die Stelle als Schulleiterin an der Friedrich-Fröbel-Schule bekam.

Von Patrizia Lerch

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