Rund 100 Menschen fordern Freiheit für Kurdistan und für PKK-Chef Abdullah Öcalan

Kurden demonstrieren auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld

Mit Flaggen und Transparenten: Rund 100 Demonstranten haben am Samstagnachmittag friedlich für die Freiheit Kurdistans und des PKK-Chefs Öcalan protestiert. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Knapp 100 Kurden haben am Samstagnachmittag auf dem Linggplatz friedlich für die Freilassung des seit Jahren inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan und für die Freiheit Kurdistans demonstriert. Organisiert wurde die Kundgebung vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland NAV-DEM, einem Zusammenschluss von mehr als 40 Vereinen.

Aktualisiert am 29.01.2017

„Wir haben seit drei Jahren nichts mehr von Herrn Öcalan gehört und sind in großer Sorge“, erklärte Özdemir Ömer, der Vorsitzende der Demokratisch-Kurdischen Gesellschaft in Kassel gegenüber unserer Zeitung. „Wir hoffen auf ein Lebenszeichen.“

„Langer Marsch“ geplant

Besonders besorgt sind die Kurden um den Chef der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, weil die Türkei unter Präsident Erdogan die Todesstrafe wieder einführen will. Auch Öcalan könnte dann die Hinrichtung drohen, fürchten seine Anhänger.

Um mehr Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für ihr Anliegen zu erreichen, planen Kurden einen „Langen Marsch“, der vom 1. bis zum 11. Februar von Luxemburg nach Straßburg führen soll. Zum Abschluss ist eine Großkundgebung geplant, bei der die Freilassung Öcalans aller politischen Gefangenen in der Türkei gefordert werden soll.

Auch mit der Demonstration auf dem Linggplatz sollte auf die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und Kurdistan hingewiesen werden. Immer wieder skandierten die Demonstranten, darunter viele Frauen und Kinder, Parolen und zeigten dazu das Victory-Friedenszeichen.

Die Demonstration wurde von Beamten der Polizei aus Osthessen überwacht. Obwohl die Versammlung friedlich verlief, wurden laut Mitteilung der Polizei Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungs- und Vereinsgesetz eingeleitet, weil verbotene Parolen skandiert wurden und Flugblätter mit verbotenen Symbolen verteilt werden sollten.

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