Motto: Ganz schön was angerichtet

Kunstverein Bad Hersfeld zeigt Ausstellung in der Galerie im Stift

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Die Mitgliederausstellung des Bad Hersfelder Kunstvereins in der Galerie im Stift des Museums interpretiert das Motto auf vielfältige Weise. Unser Bild zeigt (von links) die Ausstellungsmacher Wolfgang Stache, Gerhard Kimpel, Ute Henkel, Christa Orth und Brigitte Molnar. Um das ganze Bild zu sehen, klicken Sie bitte auf das Kreuz.

Bad Hersfeld – Unter dem Motto „Es ist angerichtet“ steht die Mitgliederausstellung des Bad Hersfelder Kunstvereins. Sie wird Freitagabend in der Galerie im Stift eröffnet.

Entstanden ist die Idee ganz zufällig, als sich einige der Künstler nach der Ausstellungseröffnung im vergangenen Jahr zum Essen trafen und einer beim Anblick des gedeckten Tischs erfreut rief: „Es ist angerichtet!“, berichtet Brigitte Molnar. Und obwohl sich nur eine knappe Mehrheit für das Thema fand, ist die Ausstellung vielfältig, politisch, kritisch und künstlerisch ansprechend gelungen.

Assoziationen zum Essen sind naheliegend. Doch während Silvia Dostal mit einem großformatigen Wimmelbild voll schlemmender Menschen und Hildegund Bode mit einer Installation aus goldenen Schalen den Überfluss thematisieren, hat Kathrin Gebhardt-Nieselt leere Teller mit Bildern von hungernden Kindern versehen und Kornelia Schönewolf ein Objekt aus umgeworfenen Stühlen kreiert, das das Chaos nach dem großen Gelage zeigt.

Den religiösen Aspekt des gemeinsamen Mahls haben, durchaus sehr kritisch, Renate Wandel oder Gerhard Zinn aufgegriffen.

Was Menschen in der Natur anrichten, ist ebenfalls ein großes Thema, das zum Beispiel Gerhard Kimpel (Bild oben) mit einem großflächigen Gemälde mit Naturkatastrophen aufgegriffen hat oder Margot Knüpfer, die auf sattgrünem Untergrund, ein dekoratives Band aus lauter buntem Müll gelegt hat.

Massentierhaltung, Pelztierzucht, Käfighühner oder der tausendfache Vogeltod durch Windräder oder Jäger werden ebenfalls künstlerisch verarbeitet, unter anderem von Wolfgang Henrich, Dr. Michael Schupmann oder Heidi Steinbach. Auch politisch ist schon viel angerichtet worden. Das spricht Hannelore Zier mit ihrer Textilarbeit „Die Würfel sind geworfen“, auf der lauter Politikerköpfe abgebildet sind, an oder Heidi Nübling mit ihrem Bild „Madame Europa Brexit – Was habt Ihr da nur angerichtet?“.

Daneben gibt es aber auch ganz klassische Stillleben, Bilder mit einem abstrahierten Zugang zum Thema, filigrane Drahtfiguren, ein Eat-Art-Objekt mit menschlichen Ohren zum Knuspern und vieles mehr.

36 Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der Ausstellung, die am heutigen Freitag um 18.30 Uhr eröffnet wird. Die Eröffnungsrede hält Stadträtin Birgit zum Winkel, zu sehen ist die Ausstellung bis zum 17. Februar.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr sowie Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Am 27. Januar wird ab 15 Uhr ein geführter Rundgang angeboten, bei dem die meisten Künstler anwesend sind.

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