Hauptgrund: Belegungsrückgang

Klinikum Bad Hersfeld rechnet mit Verlust von bis zu zwei Millionen Euro

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Hat viele Baustellen: Das Klinikum Bad Hersfeld rechnet mit Millionen-Verlusten. Unser Foto zeigt den Start der Bauarbeiten am Bettenhaus West im Oktober. 

Das Klinikum Bad Hersfeld rechnet für 2018 mit einem Verlust von bis zu zwei Millionen Euro. Das HKZ in Rotenburg schlägt sich dagegen besser als erwartet.  

Das erklärte Landrat Dr. Michael Koch am Montag im Kreistag. Der Verlust des Herz- und Kreislaufzentrums (HKZ) in Rotenburg liege etwas unter den laut Wirtschaftsplan erwarteten etwa fünf Millionen Euro.  

„Ich hatte mir eine positivere Entwicklung erhofft“, sagte Koch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums ist. Grund für die Verluste sei vor allem ein Belegungsrückgang in diesem Jahr, den auch anderen Kliniken verzeichneten. Da das Finanzierungssystem der Krankenhäuser aber nicht die Vorhaltung, sondern nur einzelne Behandlungen vergüte, komme es zu der Schieflage. So werden beispielsweise die Notaufnahme, der Kreißsaal oder die Intensivmedizin nicht bezahlt, wenn sie nicht genutzt werden, erklärte der Landrat.

Koch: Krankenkassen horten Rücklagen in Milliardenhöhe

„Kein Mensch käme auf die Idee, die Feuerwehr, die Polizei oder den Katastrophenschutz nur nach der Anzahl der Einsätze zu finanzieren“, sagte Koch. Ohnehin würden die Rahmenbedingungen im Krankenhauswesen immer schwieriger. Koch kritisierte die „Tarifschere“ die entstehe, weil bei kommunalen Kliniken die Tarifsteigerungen im Öffentlichen Dienst nicht durch eine entsprechende Anhebung der Krankenhausbudgets abgedeckt werden. 

„Gesetzgeber und Krankenkassen sind dringend aufgefordert, den Kliniken eine ausreichende Finanzierung zur Verfügung zu stellen“, sagte Koch und kritisierte, dass die Krankenkassen Rücklagen von 21 Milliarden Euro „horten“.

Koch erklärte, dass der Kreishaushalt im kommenden Jahr keine finanzielle Unterstützung des Klinikums mehr vorsehe. Ein ausgeglichenes Ergebnis solle deshalb durch eine Belegungssteigerung erzielt werden. Beim HKZ soll der Verlust auf 500 000 Euro begrenzt werden.

Das Gesundheitswesen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Kreis

Mit rund 3000 Beschäftigten ist das Gesundheitswesen einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Das hat Landrat Dr. Michael Koch im Kreistag erneut betont. Durch den Umsatz von rund 200 Millionen Euro und etwa 135 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern entstehe eine „enorme Kaufkraft, ohne die der Kreis und die Kommunen spürbar ärmer wären“, so Koch. 

Der Klinik-Konzern beschäftige im HKZ, der Hainberg-Klinik, der Orthopädie, den medizinischen Versorgungszentren und dem Klinikum selbst 300 Ärzte, über 1000 Krankenschwestern und -pfleger und sei Ausbildungsplatz für 140 Azubis. Deshalb wolle der Kreis in den nächsten Jahren rund 80 Millionen Euro in die bauliche Weiterentwicklung der Kliniken investieren, jeweils etwa die Hälfte davon in Bad Hersfeld und in Rotenburg.

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