Wochenkolumne ZWISCHEN DEN ZEILEN

Das Kirchheimer Drama und der Fall Wedel: Mitgefühl und unendliche Ermittlungen 

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Karl Schönholtz

In der Wochenkolumne "Zwischen den Zeilen" befasst sich Karl Schönholtz diesmal mit dem Familiendrama in Kirchheim, der Lage auf dem Johannesberg und Festspielstar Ingrid Steeger.

Das schreckliche Familiendrama von Kirchheim hat diese Woche gleich mehrfach für Schlagzeilen und Gesprächsstoff gesorgt. Dabei hat natürlich eine Rolle gespielt, dass sich die Bluttat im Umfeld und mit Beteiligung von Personen abgespielt hat, die auch zuvor schon auffällig geworden waren. Hat sich einer mal in der Öffentlichkeit merkwürdig verhalten, ist er gar polizei- oder gerichtsbekannt, geben die Unterhaltungen, Spekulationen und Kommentare über einen Vorfall wie vom Dienstagabend gleich noch mal so viel her.

Was dabei aber nicht vergessen werden darf: Hier hat ein Mensch durch einen äußerst brutalen Gewaltakt sein Leben verloren. Hier ging es nicht nur ums Krakeelen, um Randale, Ausrasten und Eifersucht, nein, hier wurde in unserer Mitte ein Mensch getötet. Das ist es, was im Vordergrund stehen sollte. Und es sollte uns sehr, sehr nachdenklich, wenn nicht gar traurig machen.

Unser Mitgefühl galt in dieser Woche auch Ingrid Steeger. Die Schauspielerin, die im vergangenen Sommer nach langer Krankheit bei den Festspielen in Kafkas „Der Prozess“ mit anrührenden Auftritten ein Comeback gefeiert hatte, war über Weihnachten zu Besuch bei Freunden nach Bad Hersfeld gekommen. Ihre Gesundheit ließ sie aber erneut im Stich, sodass der ehemalige „Klimbim“-Star bei uns ins Krankenhaus musste. Wir drücken die Daumen, dass es Ingrid Steeger bald wieder besser geht!

Das neue Jahr ist nun auch schon wieder ein paar Tage alt, und noch immer ist im Ermittlungsverfahren gegen Dieter Wedel, den Ex-Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, kein Ende in Sicht. Oberstaatsanwältin Anne Leiding, die überaus freundliche Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München 1, teilte mir diese Woche auf Nachfrage mit, dass es vorläufig nichts mitzuteilen gebe. Beim vorherigen Nachhaken hatte sie noch ein Ergebnis bis Jahresende 2019 in Aussicht gestellt. Nun soll das Verfahren laut Leiding voraussichtlich im ersten Quartal abgeschlossen werden. Wie berichtet wird Wedel eine „noch nicht verjährte Sexualstraftat“ aus seiner Zeit lange vor Bad Hersfeld vorgeworfen.

Als ich in dieser Woche mit Günter Göttlicher, dem Ortsvorsteher des Bad Hersfelder Stadtteils Johannesberg, unterwegs war, berichtete er vom vergeblichen Bemühen um einen Fußgängerüberweg beim Einkaufszentrum im Douglasienweg. Dass es hier insbesondere für Kinder gefährlich werden kann, die Straße zu überqueren, kann man sich leicht vorstellen. Die Piste ist breit, schnurgerade und weithin einzusehen, da drückt mancher Autofahrer das Gaspedal tiefer durch, als erlaubt ist. Die Ablehnung aus dem Bauamt – angeblich müssten stündlich mindestens 50 Personen den Zebrastreifen nutzen – leuchtete ihm nicht ein, zumal diese Zahlen am Hoechster Kreisel und bei den Bushaltstellen am Libri-Kreisel auch kaum erreicht werden dürften. Bleibt nur zu hoffen, dass sich doch noch eine Lösung findet.

Und ein weiterer Vorschlag Göttlichers ist überlegenswert: Die beiden nach Unfällen ramponierten Unterstände an den Bushaltsellen bei Libri könnten durch nicht mehr benötigte, aber eingelagerte Wartehäuschen kostengünstig ersetzt werden.

Schon allen Verwandten. Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr gewünscht? Ich hatte mal einen Kollegen, der sich damit bis in den Juni Zeit ließ. War immer ein Lacherfolg.

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