HZ-Wochenkolumne "Zwischen den Zeilen"

Smart City, WLAN und das Kulturerbe

+
Karl Schönholtz

Bad Hersfeld. In unserer Wochenkolumne beschäftigt sich Karl Schönholtz diesmal mit Anspruch und Wirklichkeit von Smart City und Volksfesten als Weltkulturerbe.

Freies WLAN in der Fußgängerzone und im Stift, intelligente Mülleimer, der Energiemonitor für die städtischen Immobilien oder die App zum Öffnen der Bahnhofshalle – die Smart City Bad Hersfeld wird immer allgegenwärtiger. Nur wenn der Sitzungszug der Stadtparlamentarier auf Nebengleisen unterwegs ist, weil etwa die Stadthalle anderweitig belegt ist, dann ist Schluss mit smart, dann klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine viel zu große Lücke.

Im Heinz-Förtsch-Saal der Mehrzweckhalle Asbach oder im Dorfgemeinschaftshaus von Heenes, wo in den vergangenen Wochen Ausschusssitzungen stattfanden, gibt es nicht einmal WLAN. Das ist für die teilnehmenden Stadtpolitiker genauso ärgerlich wie für die Vertreter der Medien, die für ihre aktuelle Berichterstattung immer stärker auf vernünftige Netzwerke angewiesen sind.

Mit meiner Nachfrage beim stätischen Presssprecher Meik Ebert habe ich dann allerdings offene Türen eingerannt: Das Problem ist erkannt und wird schon bald keines mehr sein. Ab März, so teilte Ebert mit, werden auch die alternativen Sitzungsorte ertüchtigt. Ohnehin waren die Gemeinschaftshäuser vor ein paar Jahren schon einmal mit Internet ausgestattet. Wegen der damals noch beträchtlichen Kosten war das Angebot aber wieder gestrichen worden.

Vor Kurzem war im „Spiegel“ ein Artikel über immaterielles Kulturerbe zu lesen, auch hierfür gibt es mittlerweile eine lange Liste der Unesco. Ob Blaudruck, das Skatspiel, Gebräuche und Volksfeste – hier findet sich Vieles, was seit Alters her für deutsches Brauchtum steht und für alle anderen Länder natürlich auch. Im „Spiegel“ war auch eine große Karte abgedruckt, auf der die dazugehörigen Feste verzeichnet waren. Gefunden habe ich den Eisenacher Sommergewinn, aber zu meinem Erstaunen nicht das älteste Volksfest des Landes, unser Lullusfest. Tatsächlich hatte die Stadt Bad Hersfeld schon einmal in Zusammenarbeit mit dem Lullusfestverein einen entsprechenden Antrag gestellt – ohne Erfolg. Das verstehe, wer will. Nach Auskunft der Stadt soll jedoch ein neuer Anlauf unternommen werden. Die Zeit ist günstig: Von April bis Oktober werden laut „Spiegel“ neue Anträge angenommen.

Kommentare