Ärger wegen Überstunden

Hamburger-Verkäufer griff aus Frust in die Kasse

Symbolbild Gericht HNA
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Wegen Untreue ist ein 31-jähriger Familienvater aus Bebra verurteilt worden. Der Mitarbeiter eines Hamburger-Restaurants hatte dort in die Kasse gegriffen

Auch wenn er sich von seinem Arbeitgeber ausgenutzt fühlte, sei der Griff in die Kasse nicht gerechtfertigt gewesen, sagte der Bad Hersfelder Strafrichter Michael Krusche, nachdem er am Mittwoch einen 31-Jährigen aus Bebra wegen Untreue in vier Fällen zu 1600 Euro Geldstrafe verurteilt hatte.

Der Familienvater hatte an vier Tagen im November 2018 seine Position als Schichtführer in einem Schnellrestaurant ausgenutzt, um sich zum Dienstschluss bei den Einnahmen zu bedienen. Er habe immer weit mehr arbeiten müssen als vereinbart, sagte der geständige Familienvater, und so dem Betrieb monatlich zwischen 300 und 400 Euro „geschenkt“.

Deshalb beschloss er, sich bei den Verkäufen am Drive-in-Schalter schadlos zu halten. In insgesamt 107 Fällen verbuchte er die Einnahmen nur über eine App seines Handys und entnahm schließlich den Gesamtbetrag aus der Kasse. So ergaunerte er sich insgesamt 1222, 67 Euro. Dabei wurde er jedoch schon am vierten Tag von einer Kollegin beobachtet und so entlarvt.

Staatsanwältin Jessica Maier blieb es erspart, jede einzelne Unterschlagung bei Nennung des jeweiligen Hamburgers oder der Pommes-Portion vorzutragen. Stattdessen verständigte man sich darauf, dass der konkrete Griff in die Kasse entscheidend gewesen sei.

Dass die Strafe für den bislang nicht vorbestraften Familienvater von den ursprünglich per Strafbefehl verhängten 80 Tagessätzen um die Hälfte auf 40 Tagessätze zu je 40 Euro reduziert werden konnte, lag zum einen am Geständnis, zum anderen an der bereits erfolgten Wiedergutmachung des Schadens.

Hierfür bezahlte der Vater des Angeklagten sogar rund 12 000 Euro, also etwa das Zehnfache des unterschlagenen Betrags. Die Firma habe unverhältnismäßig hohe Zusatzkosten geltend gemacht, berichtete Verteidiger Jochen Paulus aus dem noch anhängigen Zivilverfahren, unter anderem für Überwachungseinrichtungen und die Dienste eines Detektivs.

Strafrechtlich ist die Sache jedoch ausgestanden: Das Urteil, das dem Antrag von Staatsanwältin Maier entsprach, wurde im Einverständnis aller Beteiligten sofort rechtskräftig.

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