Kreistag soll im Sommer entscheiden

Gutachten macht Vorschläge für die Zukunft der Ferienstätte Meeschendorf

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Wie geht es mit der Kreis-Ferienanlage in Meeschendorf weiter? Ein Gutachten soll jetzt Vorschläge erarbeiten. Ziel ist eine Abstimmung des Kreistags im Sommer.

Mit einem Gutachten soll festgestellt werden, wie es mit der kreiseigenen Ferienstätte in Meeschendorf auf Fehmarn weitergeht. Noch im Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen.

Im Sommer könnte im Kreistag dann die Entscheidung fallen, welches Betriebsmodell zukünftig in der Ferienanlage am südöstlichen Strand der Ostseeinsel umgesetzt wird. Das teilte das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung mit.

In Auftrag gegeben hatte das Gutachten die Betriebskommission der Jugend- und Freizeiteinrichtungen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg (Jufe). Sie setzt sich aus fünf Mitgliedern des Kreistages (vertreten sind SPD, CDU, AfD und Grüne), vier Mitgliedern des Kreisausschusses inklusive Landrat Dr. Michael Koch, zwei Mitgliedern des Personalrats und zwei sachkundigen Bürgern zusammen.

Die Kosten des Gutachtens: 12.000 Euro

Die Kosten für das Gutachten belaufen sich auf 12.000 Euro. Beauftragt wurde die Firma Horwath HTL Germany. Die nach eigener Angabe „weltweit führende Hotel-, Tourismus- und Freizeitberatung“ hatte das wirtschaftlichste Angebot gemacht und hat unter anderem Wertgutachten, strategische Beratung und Projektmanagement-Dienste in ihrem Portfolio. Welche Stoßrichtung das Konzept für Meeschendorf haben könnte, sei noch nicht absehbar, heißt es aus dem Landratsamt.

Verkauf gestoppt: Im Juni hatte der Kreistag das Kaufangebot für die Ferienanlage auf Fehmarn über 2,18 Millionen Euro abgelehnt. Seitdem ist die Zukunft der Ferienstätte ungewiss.  

Die Betriebskommission der Jufe habe eine detaillierte Leistungsbeschreibung zur Verfügung gestellt, mit der im Gutachten gearbeitet wird. Für die möglichen Betriebsvarianten sollen eine technische, kaufmännische und rechtliche Beurteilung abgegeben werden.

Auch mögliche Zielgruppen für den Urlaub in der Anlage am Ostseestrand werden analysiert, zudem beschäftigt sich das Gutachten mit der Frage der Nachhaltigkeit und wie Fördergeld vom Land Schleswig-Holstein und dem Bund gewonnen werden kann.

Noch im Sommer sollen "konkrete Maßnahmen" eingeleitet werden

Geht es nach dem Landkreis, entscheidet der Kreistag noch im Sommer über die Zukunft seiner Ferienstätte – sodass zeitnah „konkrete Maßnahmen“ eingeleitet werden können, heißt es. Hintergrund ist, dass sich der Vertrag mit dem derzeitigen Pächter, dem Schülerfreizeitzentrum (SFZ) Ilmenau aus Thüringen, Ende Juni automatisch verlängert. Soll sich am Betrieb der Ferienstätte etwas ändern, müsste die Entscheidung demnach vorher fallen.

Die entscheidende Sitzung im Kreistag: Die Mehrheit stimmte dafür, die kreiseigene Ferienstätte zu behalten. 

Bereits am 25. Februar wird Meeschendorf Thema im Kreisstag sein: Die Linke hat eine Anfrage zum aktuellen Stand des Zukunftskonzepts gestellt.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Ferienstätte sucht neue Leitung

Eine Änderung wird es in Meeschendorf aber wohl noch früher geben: Im sozialen Netzwerk Facebook wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass für die Ferienstätte eine neue Leitung gesucht wird. „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“, heißt es in der Ausschreibung.

Charme der 80er-Jahre: In der Erholungsstätte gibt es viel Nachholbedarf...

Erst im vergangenen Sommer hatte es an dieser Position einen Wechsel gegeben, weil der langjährige Heimleiter Artur Rüger in den Ruhestand gegangen war. Die neue Leitung habe die Aufgabe aus persönlichen Gründen nicht weiterführen können, sagt Erich Rindermann vom SFZ.

...die Lage direkt am südöstlichen Strand der Ferieninsel Fehmarn ist allerdings traumhaft.

„Das ist ein ganz normaler betrieblicher Vorgang“, so der Geschäftsführer, ein Nachfolger sei bereits in Sicht. Viel problematischer sei der generelle Arbeitskräftemangel, mit dem die Insel Fehmarn zu kämpfen habe: „Das ist schon nicht mehr zu handhaben“, so Erich Rindermann.

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