VR-Lounge macht's möglich

In Bad Hersfeld wird die virtuelle Zukunft greifbar

Die VR-Brille macht’s möglich: Dariusz Kaleta (links) und Kai Schiek am Virtualizer, der die Bewegungen des Benutzers in die virtuelle Welt überträgt. Bürgermeister Thomas Fehling (kleines Bild) ließ es sich nicht nehmen, das Gerät persönlich auszuprobieren. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Die virtuelle Welt der Zukunft – in Bad Hersfeld ist sie jetzt Realität. An der Obergeis 19, gleich neben der Einfahrt zum Parkhaus der City-Galerie, hat gestern die VR-Lounge offiziell eröffnet.

Obwohl die VR-Bank mit der gleichen Abkürzung bei dieser Existenzgründung Pate ist, steht VR für Virtuelle Realität, also die Möglichkeit, mit Computertechnik und Spezialbrillen Welten und Räume zu erkunden, ohne selbst dort zu sein.

„Hier wird ein Scheunentor in die Zukunft aufgestoßen“, freute sich Bad Hersfelds technikbegeisterter Bürgermeister Thomas Fehling über diese in ganz Hessen bislang einmalige Existenzgründung von Dariusz Kaleta und Kai Schieck, deren Elan und Mut der Bürgermeister lobte.

Als „bewegtes Kino“ beschreibt Kaleta das Angebot der Firma. Als „passionierte Zocker und Computerspieler“ wollen die beiden Existenzgründer den Menschen „die Angst vor der Virtuellen Realität nehmen, und ihnen die Möglichkeit geben, sie selbst auszuprobieren.“ In vier Räumen kann der Kunde in die virtuellen Spielwelten eintauchen. Jede ihrer Bewegungen wird direkt ins Spiel übertragen, während die Akteure beim Blick durch die Spezialbrille das Gefühl haben, selbst mittendrin zu sein.

Doch die beiden Existenzgründer denken noch weiter. Gemeinsam mit der Immobilientochter der VR-Bank entwickeln die beiden Computerexperten ein Programm, um die Virtuelle Realität nicht nur zum Spielen, sondern auch geschäftlich zu nutzen. Mittels VR-Brillen sollen potenzielle Käufer oder Mieter Besichtigungstouren durch mögliche Immobilien machen. Der Kunde sieht dabei den Ausblick vom Fenster, bekommt ein Gefühl für die Abmessung der Wohnung und für die räumliche Wirkung von Möbeln.

Virtuelles Baugebiet

„Diese Existenzgründung passt zur VR-Bank wie die Faust aufs Auge“, sagte Bankvorstand Thomas Balk. Auch ihr Ziel sei es, Kunden die Digitalisierung nahezubringen. Deshalb habe die VR-Gründerwerkstatt, die im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde (wir berichteten), Dariusz Kaleta und Kai Schieck auch von Anfang beim Aufbau der VR-Lounge begleitet, finanzielle Anschubhilfen bereitgestellt, bei den Räumen und beim Businessplan geholfen.

Auch Bürgermeister Fehling denkt über das Spielen hinaus. Er könnte sich beispielsweise vorstellen, das städtische Neubaugebiet am Schieferstein zu digitalisieren. Potenzielle Bauherren könnten dann dank Virtueller Realität ihre künftigen Häuser in das Gelände projizieren und dann den Ausblick vom Balkon im zweiten Stock genießen – also gewissermaßen einen Blick in die Zukunft werfen.

Eine Stunde in der Arcade-Lounge kostet pro Person 20 Euro. Weitere Infos unter www.arcade-lounge.de

Von Kai A. Struthoff

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