Stahl, Beton und Sonnenschein

Brückenbau unter Teilsperrung der B 62

Die Stahlträger werden auf Tiefladern angeliefert (oben) und dann in die Brücke eingepasst (unten)

Bad Hersfeld – Es ist eine Frage von Millimetern an diesem sonnigen Samstagmorgen beim Brückenbau an der B 62 am Stadtrand von Bad Hersfeld.

Auf der Brücke der B 62 am Stadtrand von Bad Hersfeld entscheidet dieser kleine Abstand darüber, ob alles nach Plan verläuft und die schweren Stahlträger an ihrer vorgesehenen Stelle platziert werden können. Sind die Abstände zu klein oder zu groß, droht das Einsetzen der schweren Bauteile zu scheitern – und somit auch die pünktliche Fertigstellung der Brücke, die zum Hessentag wieder auf vier Spuren befahrbar sein soll.

Insgesamt müssen vier Stahlverbundträger samt Betonplatte mit jeweils 30 Metern Länge und 40 Tonnen Gewicht eingesetzt werden. Für die Arbeiten wurde die Bundesstraße 62 an den beiden vergangenen Wochenenden zwischen Bad Hersfeld und Niederaula einseitig und zeitweise vollständig gesperrt, der Bahnverkehr wurde umgeleitet.

Pro Stahlträger wird ungefähr eine Stunde Zeit veranschlagt, die gesamten Bauarbeiten sollen an diesem Tag zwischen 14 und 15 Uhr beendet sein. „Wir haben ein großzügiges Zeitfenster, da die Sperrpause der Bahn bis 18 Uhr andauert“, berichtet Peter Wöbbeking, der als regionaler Bevollmächtigter für Hessen Mobil im Bereich Osthessen zuständig ist. Mit einem Zeitverzug von nur wenigen Minuten scheint heute alles nach Plan zu verlaufen.

Die vier Stahlträger werden mithilfe von Kränen angehoben und in die richtige Position gebracht, wo sie anschließend von Bauarbeitern eingepasst werden. Für die Arbeit in 15 Metern Höhe dürfen diese keine Höhenangst haben.

Maik Killmer, Leiter der Bauüberwachung, schaut vom Rand des Geschehens wohlwollend zu. „Alles passt soweit und die Stimmung ist gut – das liegt auch am Wetter.“ Tatsächlich ist an diesem Morgen bei Temperaturen bis zu 14 Grad kaum eine Wolke am Himmel zu sehen. Bei den gleichen Arbeiten vor fast genau einem Jahr auf der Gegenfahrbahn, war es sogar zu Schneefall gekommen.

Auch Markus Wagner, der Leiter des Baudezernats Osthessen bei Hessen Mobil, lässt es sich nicht nehmen, an diesem Morgen die Bauarbeiten zu begutachten: „Die Einsetzung von Stahlträgern ist immer ein Meilenstein beim Brückenbau, da wollte ich heute natürlich dabei sein.“

Ausgeführt wird das Bauprojekt von einer Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus den Bauunternehmen Strabag und Züblin. Insgesamt sind rund 20 Mitarbeiter an diesem Morgen im Einsatz. Grund für die seit Januar 2017 laufenden Bauarbeiten ist die Erneuerung der alten Brücke über die Haune und die Bahngleise. Für die gesamte Baumaßnahme – die Straßenbauarbeiten mit eingeschlossen – wurden insgesamt sechs Millionen Euro veranschlagt. Laut Wöbbeking belaufen sich die Kosten nach aktuellem Stand auf ungefähr 8,1 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt vom Bund, die Verwaltung und Umsetzung übernimmt Hessen Mobil.

Auch wenn die Straße bis zum Hessentag im Juni wieder uneingeschränkt befahrbar sein soll, werden die letzten Arbeiten an der Brücke voraussichtlich aber erst im Herbst 2019 abgeschlossen sein.    (Marcel Müller)

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