Bewährung statt Knast

Betrüger entgeht nur knapp empfindlicher Gefängnisstrafe

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Ein 28-jähriger Hersfelder stand jetzt vor Gericht.

Wegen siebenfachem Betrug stand jetzt ein 28-jähriger Bad Hersfelder vor Gericht. Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. 

Bad Hersfeld – Um Haaresbreite entging jetzt ein 28 Jahre alter Hersfelder einem empfindlich langen Aufenthalt hinter Gittern. Wegen siebenfachem Betrug wurde er zwar von Strafrichter Elmar Schnelle zu einem Jahr und sieben Monaten Freiheitsentzug verurteilt, der jedoch für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

Das war angesichts der Vorstrafen und des hohen Schadens, den der Hersfelder bedenkenlos angerichtet hatte, keine Selbstverständlichkeit. Jedoch hatte der 28-Jährige zwei Monate in der Untersuchungshaft genutzt, um sich seiner Spielsucht und der Verantwortung für seine Missetaten zu stellen.

So räumte er an der Seite seines Verteidigers Christian Kusche sämtliche Anklagepunkte unumwunden ein. So hatte er zwischen August und Dezember vergangenen Jahres mehrfach auf einem Internet-Portal Handys und Grafikkarten zum Kauf angeboten, den Preis kassiert, aber die Ware nie geliefert.

Auch hatte er über Kundenaccounts seiner Freundin ein Handy und Bekleidung bestellt, ohne zu bezahlen. Die Betrügereien dienten einzig und allein dazu, seinen Lebenunterhalt zu bestreiten. Deshalb war in mehreren Fällen auch der straf schärfende Umstand der Gewerbsmäßigkeit angeklagt. Hatte sich der Hersfelder vor dem Haftrichter noch in Ausflüchten versucht, so scheint er hinter Gittern zur Einsicht gekommen zu sein. Mithilfe seines Vaters will er seine finanziellen Angelegenheiten regeln. Auch eine stationäre Therapie – die Richter Schnelle jetzt anordnete – hat er akzeptiert.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah die Dinge nicht ganz so optimistisch. Weil die genannten Punkte lediglich Absichtserklärungen seien, sah sie eine ungünstige Sozialprognose und forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung. Richter Schnelle entschied anders, verhängte aber als spürbaren Teil der Strafe zusätzlich 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.   

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