Direkt an der Autobahn A4

Bad Hersfeld: Neuer Autohof kurz vor der Zielgeraden

Bad Hersfeld. Der neue Autohof Süd an der A 4 in Bad Hersfeld wird Ende Juni offiziell eröffnet. Damit steht eines der größten und ambitioniertesten Bauprojekte der Region kurz vor der Fertigstellung.

Investor Dirk Schade vom gleichnamigen Mercedes Autohaus hat nach eigenen Angaben rund 10,5 Millionen Euro in die moderne Tank- und Rastanlage an der Autobahn investiert.

Vor allem die Hochsicherheits-Parkplätze für Lastwagen gibt es in dieser Form bislang nur noch einmal in Deutschland. „Mich interessieren Trucks, die Autobahnnähe, und ich glaube an den Standort Bad Hersfeld“, sagte Schade bei einem ersten exklusiven Besichtigungstermin für unsere Zeitung auf der der Großbaustelle. Rund 44 000 Verkehrsbewegungen werden täglich allein auf der Autobahn 4 gezählt, hinzu kommt der Verkehr auf der Bundesstraße 27 nach Fulda.

Investor Dirk Schade

Angesichts dieses Verkehrsaufkommens glaubt Schade an den Erfolg des Großprojekts, das mit dem Erwerb des 60 000 Quadratmeter großen Grundstücks im Jahr 2011 begann.

Schade versteht den neuen Autohof Süd aber auch als Aushängeschild für die Festspielstadt an der Autobahn. „Wir signalisieren weithin sichtbar, dass es sich lohnt, hier von der Autobahn abzufahren.“ Er hofft deshalb, dass die Stadt sein Angebot annimmt, und auf dem Autohof auch für die Festspiele wirbt.

Insgesamt 75 neue Arbeitsplätze entstehen auf dem Areal an der Esso-Tankstelle, bei Burger King und in dem von Tank und Rast betriebenen Gastronomiebetrieb. Im Gastraum dort gibt es 80 Sitzplätze, hinzu kommt eine Außenterrasse. 

Rundgang mit dem Investor

Kreischend frisst sich der Trennschneider durch den Beton. Eine dichte Staubwolke weht herüber und wird schon schnell vom böigen Wind vertrieben. Lastwagenmotoren dröhnen, Bauarbeiter rufen, aus dem nahen Tankstellengebäude dringen Hammerschläge herüber. Und über allem liegt das ständige Brausen des Verkehrs auf der Autobahn 4. Rund 44 000 Fahrzeuge kommen hier täglich vorbei auf ihrem Weg von und nach Berlin. Ein wenig deplatziert wirkt Dirk Schade an diesem Morgen in seinem eleganten blauen Anzug und den glänzenden Halbschuhen zwischen den rötlichen Sandbergen und den Staubschwaden auf der Großbaustelle. Aber er ist hier in seinem Element. Sieben Jahren arbeitet er nun schon an seinem Traum. Jetzt geht er bald in Erfüllung.

Signalwirkung mit Mehrwert

Ende Juni soll der neue „Autohof Süd“ an der ebenso neuen „Rudolf Diesel Straße“ mit einem großen Familienfest eröffnet werden. Mindestens 10,5 Millionen Euro, aber vor allem viel Kraft und Arbeit hat Dirk Schade in das Projekt investiert. Von einer Signalwirkung an der Autobahn, von einem Mehrwert für die ganze Stadt spricht Schade und lässt keinen Zweifel daran, dass es ihm mit diesem Projekt um mehr geht als nur um unternehmerische Gewinne. „Wir klotzen hier an der Autobahn“, sagt er. Viel zu lange habe die Stadt nichts aus ihrer Lage direkt an einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Europas gemacht.

Jetzt aber hat Bad Hersfeld sogar zwei Autohöfe: Nord und Süd. Seinen Mitwerber vom Aral-Autohof Nord an der Haunewiese, Peter Günter, sieht Schade dabei eher als Verbündeten im Wettbewerb um die Gunst der Reisenden. „Mit Esso und Aral repräsentieren wir hier zwei Markenwelten und verschiedene Tankkartensysteme“, erklärt er. Vor allem die Trucker sind für Schade die Kunden der Zukunft. Für sie bietet er auf dem neuen Autohof Süd moderne Hochsicherheitsparkplätze. Hinter hohen Zäunen, beleuchtet und unter dem wachsamen Auge von Videokameras, können die Könige der Landstraße hier für 35 Euro pro Nacht versichert parken, duschen essen und schlafen. „So einen Parkplatz gibt es sonst nur noch einmal in Deutschland“, sagt Schade und sieht angesichts des steigenden Güterverkehrs mit immer wertvolleren Ladungen einen Markt der Zukunft.

Für die Zukunft vorgesorgt

Und für diese Zukunft an der Autobahn hat Schade vorgesorgt. Auf dem insgesamt rund 60 000 Quadratmeter großen Areal gibt es noch rund 24 000 Ansiedlungsflächen für „autobahnnahes Gewerbe“. Für die Erschließung des Areals hat Dirk Schade tief in die Tasche gegriffen und einen Verkehrskreisel, Lärmschutzwände und riesige Entwässerungsrohre gebaut. Alles Investitionen, von denen auch die Stadt profitiert. Nun hofft Schade, dass die Stadt sein Angebot annimmt, und die neue Tank- und Rastanlage mit ihren vielen, potenziellen Kunden nutzt, um hier Werbung für die Festspiele und die anderen Attraktionen Bad Hersfelds zu machen. Erst dann wäre sein Traum wohl vollends in Erfüllung gegangen.

Von Kai A. Struthoff

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