Auftakt in der City-Galerie

Bad Hersfeld liest: Ein Buch für jedes Alter

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Bad Hersfeld. Bereits zum 17. Mal liest Bad Hersfeld ein Buch. Am Samstag starteten die Lesewochen vor großem Publikum mit einer Auftaktveranstaltung in der City-Galerie.

Den diesjährigen Lesestoff, „Auerhaus“ von Bov Bjerg, bezeichnete Schirmherr Dr. Thomas Handke in seiner Einführung als ein „All Age Buch“, als ein Buch nicht nur für die unter 20-Jährigen, sondern auch für die Älteren, die sich beim Lesen an ihre Jugend erinnern werden. Rockige Gitarrenstücke, famos gespielt von Jona Albusberger sowie kurze szenische Lesungen, dargeboten von Schülern der Gesamtschulen Geistal und Obersberg sowie der Modellschule Obersberg machten von Anfang an deutlich, worum es in dem Bestseller geht: Liebe und Freundschaft in einer WG auf dem Dorf, Aufbegehren gegen ein von Konventionen vorbestimmtes Leben, das Erwachsenwerden und schließlich auch um Leben und Tod, wenn einer der Protagonisten seinem Leben ein Ende setzt. Oder, wie in einer der zahlreichen Rezension zu lesen war: „Ein schöner Bericht über jene schweren Jahre, die man Jahrzehnte später als die besten Jahre bezeichnet“.

Der Bad Hersfelder Psychiater Dr. Michael Schütz berichtete - für den ein oder anderen wegen der zahlreichen Fachbegriffe vielleicht etwas schwer verständlich - aus psychotherapeutischer Sicht über die Ursachen für das erhöhte Risiko von suizidalen Handlungen bei Jugendlichen.

Immerhin ist der Selbstmord in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. Begegnen könne man dem laut Dr. Schütz vor allen durch emotionale Wärme, Zuwendung sowie Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis. Holk Freytag las abschließend noch eine Passage aus Salingers weltberühmtem Roman „Fänger im Roggen“, der sich ebenfalls mit den psychologischen Aspekten des Erwachsenwerdens beschäftigt. Ähnlich wie Frieder in „Auerhaus“ befindet sich auch hier die Hauptperson Holden Caulfield in einer psychischen Ausnahmesituation. Wegen schlechter Noten hat er die Schule vorzeitig verlassen und irrt auf der Suche nach menschlicher Nähe und einer Zukunftsperspektive durch Manhattan.

Im November besteht während zahlreicher Veranstaltungen die Möglichkeit, sich mit Bad Hersfelds „Buch des Jahres“ auseinander zu setzten. Am Donnerstag, den 22. November findet in der Stadthalle zum Abschluß eine Lesung und Gesprächsrunde mit dem Autor Bov Bjerg statt. Der Veranstaltungsflyer liegt unter anderem in der Konrad-Duden-Bibliothek und der Hoehlschen Buchhandlung aus oder steht auf der Internetseite der Stadt Bad Hersfeld zum Download bereit.

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