ZWISCHEN DEN ZEILEN

Bahnstrecke, Lärmschutz und Weihnachtsmarkt: Zwischen Engagement und Nerverei

Kai A. Struthoff
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Kai A. Struthoff

In unserer Wochenkolumne  geht es um die neue Bahnstrecke, den Lärmschutz und den Hersfelder Weihnachtsmarkt.

Eigentlich sollten in der vergangenen Woche von der Deutschen Bahn AG die mit Spannung erwarteten Grobkorridore für den ungefähren Verlauf der neuen Schnellbahntrasse im Kreisgebiet bekannt gegeben werden. 

Weil aber noch ein sogenanntes Unterrichtungsschreiben des Regierungspräsidiums aussteht, wurde die wichtige Sitzung des Bahnbeteiligungsforums auf Februar verlegt. Dennoch waren Vertreter der Bahn in dieser Woche bei der HZ, um uns das komplizierte Suchverfahren und das Abprüfen von Raumwiderständen zu erläutern.

Leicht macht es sich die Bahn dabei wahrlich nicht. Kein Wunder, dass wohl noch Jahre vergehen werden, bevor überhaupt der erste Spatenstich erfolgt. Und auch die Bekanntgabe der Grobkorridore im Februar wird vermutlich nur zeigen, wo die Bahntrasse nicht verläuft, aber wohl noch keine Klarheit darüber bringen, wo denn nun der begehrte ICE-Bahnhof entstehen wird.

Bad Hersfeld darf deshalb im Kampf um den wichtigen Haltepunkt nicht nachlassen – das zumindest wurde in dem Gespräch mit den Bahnleuten sehr deutlich.

Ähnlich komplex wie der Neubau der Schnellbahnstrecke ist auch die Diskussion um den Lärmschutz an der A4 in Bad Hersfeld. Dabei ist es aller Ehren wert, wie tief sich die Bürgerinitiative um Dr. Joachim Dähn und Bernd Raacke in die schwierige Materie eingearbeitet hat. Bürgermeister Fehling hat deshalb zurecht lobende Worte für das Engagement der BI gefunden, auch wenn sich diese selbst im Rathaus und auch sonst von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen fühlt.

Aber so ist das ja oft mit beharrlichen Interessenvertretern: Sie balancieren stets auf dem schmalen Grat zwischen Engagement und Nervensägen. Das weiß übrigens auch Joachim Dähn, der schmunzelnd von sich sagt: „Ich bin Zahnarzt und kein Diplomat“. Und er weiß auch, dass es wehtut, wenn man ordentlich auf den Zahn fühlt.

Seltene Einigkeit gibt es in diesem Jahr beim Thema Weihnachtsmarkt in Bad Hersfeld: Er ist diesmal noch attraktiver als in den Vorjahren, liebevoll geschmückt und geschmackvoll ausgestaltet. Das kommt gut. Gemeinsam mit seiner Kollegin Lena Lochhaas und Sabine Schmidt vom Stadtmarketingverein hat Markus Heide als Organisator der Stadtverwaltung sehr gute Arbeit geleistet. Ein besonderes Ereignis war die poetische Reise ins Lichterlabyrinth der Stiftsruine am vergangenen Sonntag, und mit dem 2. mittelalterlichen Markt an der Ruine am 14. und 15. Dezember steht ein weiterer Höhepunkt bevor.

Ein besinnliches Adventswochenende – wir sehen uns beim Glühweintrinken auf unserem schönen Weihnachtsmarkt.

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