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Bad Hersfelder Festspiele: Vorverkauf startet - „Momo“ kommt in die Stiftsruine

Er gibt die Richtung für die neue Spielzeit vor: Intendant Joern Hinkel (links), hier mit Regisseur Gil Mehmert, der „Goethe“ inszeniert, bei der Festspielpressekonferenz vor einem Jahr.
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Er gibt die Richtung für die neue Spielzeit vor: Intendant Joern Hinkel (links), hier mit Regisseur Gil Mehmert, der „Goethe“ inszeniert, bei der Festspielpressekonferenz vor einem Jahr.

Der Vorverkauf für die 70. Bad Hersfelder Festspiele im Jahr 2021 startet am 4. Dezember. Auf dem Spielplan stehen „Der Club der toten Dichter“, „Goethe“ und „Momo“.

Bad Hersfeld – Das Familienstück „Momo“ nach dem Bestseller von Michael Ende steht neben den beiden Uraufführungen „Der Club der toten Dichter“ und dem Musical „Goethe“ als dritte Inszenierung auf dem Spielplan der 70. Bad Hersfelder Festspiele 2021. Der Vorverkauf für alle Stücke beginnt am 4. Dezember. Dann stehen zunächst rund 600 der wegen Corona auf 1250 reduzierten Eintrittskarten zum Verkauf. Die Stuhlreihen werden „großzügiger angeordnet und die Sitzplätze zunächst paarweise im „Schachbrettmuster“ angeboten, um sichere Abstände zu gewährleisten, heißt es dazu von den Festspielen.

Intendant Joern Hinkel stellt alle drei Stücke unter das Motto „Ich habe einen Traum“. Die Stückauswahl beweise, „dass wir Theater zeigen wollen, das den Festspielbesuchern Mut macht“, sagte Hinkel unserer Zeitung. Die Menschen sehnten sich nach positiven Geschichten, die sie wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen. Die sie wieder träumen lassen, mit einer Vision und einem Hoffnungsschimmer.“

Die Spielzeit wird im kommenden Jahr auf sechs Wochen verkürzt, neben den drei großen Inszenierungen kündigt Hinkel außerdem noch ein Gastspiel und Konzerte in der Ruine an, die aber erst im Frühjahr bekannt gegeben werden. Auch einen Schwank – wie sonst im Eichhof – werde es geben, allerdings an einem anderen Aufführungsort.

Mit dem gleichen Elan und Engagement wie auch beim „anderen Sommer“, dem coronabedingten Alternativprogramm 2020, habe sich das ganze Team in die Vorbereitung der 70. Bad Hersfelder Festspiele gestürzt – „auch wenn heute niemand voraussagen kann, welche konkreten Möglichkeiten 2021 bieten wird“, so Hinkel. Die Festspielmannschaft habe „einige clevere Ideen und Verfahren für den Stiftsbezirk entwickelt, um flexibel auf die Rahmenbedingungen im nächsten Sommer reagieren zu können.“ Eine Nummer kleiner als eigentlich geplant, werden die Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag der Festspiele ausfallen. Ein Volksfest mit vielen Besuchern könne es nicht geben, aber das Jubiläum werde gefeiert.

Die Stücke der Bad Hersfelder Festspiele

Als erster Bühne außerhalb der Vereinigten Staaten ist es den Bad Hersfelder Festspielen gelungen, die Rechte am „Club der toten Dichter“ zu ergattern. Intendant Joern Hinkel stand deshalb in intensivem Kontakt mit Autor Tom Schulman, der vor 30 Jahren für sein Drehbuch den Oscar gewann. „Ich bin mit ihm im regen Austausch über die Fassung, die wir extra für die große Bühne in der Stiftsruine konzipieren“, sagte Hinkel unserer Zeitung.

Aber auch mit der Uraufführung des Musicals „Goethe“ und des Familienstücks „Momo“ – nach Hinkels Meinung längst ein Klassiker – kommen interessante Stücke auf die Bühne der Stiftsruine.

Club der toten Dichter

Das Stück nach dem Film von Regisseur Peter Weir und dem Drehbuch von Tom Schulman wird als Schauspiel gezeigt und von Joern Hinkel selbst als Premierenstück inszeniert. In „Der Club der toten Dichter“ animiert der neue Lehrer seine Schüler an der Elite-Akademie Welton im konservativen Neuengland der 1960er-Jahre dazu, nicht vorgekautes Wissen unreflektiert zu wiederholen, sondern sich eigene Gedanken zu machen und diese zu formulieren.

Die Filmvorlage: Robin Williams spielte die Hauptrolle in „Der Club der toten Dichter“ von 1988. Das Stück nach dem Film von Peter Weir wird kommendes Jahr in der Stiftsruine aufgeführt.

Indem sie schreiben, erfahren seine Schüler mehr über sich selbst und die Welt, als im stumpfen Auswendiglernen. „Poesie, Schönheit, Romantik und Liebe sind die Freuden unseres Lebens“, sagt der unorthodoxe Lehrer Keating (unvergessen Robin Williams) und lässt seine Schüler auf Schreibtische steigen, damit sie die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten.

Tom Schulman ließ seine eigenen Erlebnisse an der Montgomery Bell Academy in ein Drehbuch einfließen und setzte seinem Englischlehrer ein Denkmal. Für sein Buch gewann er unter anderem den César und den Oscar.

Goethe

Das Musical von Gil Mehmert (Buch und Regie), Martin Lingnau (Musik) und Frank Ramond (Song-Texte) erzählt Goethes Liebe zu Charlotte Buff und den Beginn seiner Karriere. Johann Wolfgang von Goethe möchte Dichter werden. Sein Vater hat nicht viel für die Träume des jungen Mannes übrig und wünscht, dass der Sohn „etwas Anständiges“ lernt. Aber Wolfgang fällt durch die Juraprüfung. Der Vater schickt ihn nach Wetzlar ans Reichskammergericht. Weil seine Mitschriften von Zeugenaussagen zu poetisch sind, ordnet er dort bald nur noch Akten. Nebenbei verliebt sich Johann in Charlotte Buff, die sich als Älteste von acht Kindern nach dem Tod der Mutter liebevoll um ihre Geschwister kümmert. Nach vielen Irrungen und einem Duell landet Goethe schließlich im Knast, schreibt dort „Die Leiden des jungen Werther“, die sich gut verkaufen, und seine Karriere als Schriftsteller beginnt.

Momo

Das Familienstück nach Michael Endes zeitlosem Klassiker verspricht viel Humor, Zauberei, Tanz und Musik von Wilfried Hiller in der Inszenierung von Georg Büttel.

Momo, das Mädchen mit den pechschwarzen Augen und pechschwarzen Füßen lebt in einem Amphitheater in der Nähe der Stadt und verbringt glückliche Tage mit ihren Freunden Beppo Straßenkehrer, Gigi Fremdenführer und den Kindern aus der Umgebung. Momo hat eine besondere Gabe: Sie kann gut zuhören und damit andere trösten.

Plötzlich tauchen die Grauen Herren, die Agenten einer „Zeitsparkasse“, auf. Sie wollen, dass die Menschen Zeit sparen. Momo spürt die Kälte, die durch das Zeitsparen aufkommt und will etwas dagegen tun. Kann Momo mithilfe ihrer Freunde den Menschen ihre verlorene Zeit zurückbringen?

Der Vorverkauf für die 70. Bad Hersfelder Festspiele 2021 beginnt am 4. Dezember 2020 im Ticket-Service am Markt in Bad Hersfeld und online. Bis zum 31. Dezember 2020 wird ein Frühbucherrabatt gewährt. (Kai A. Struthoff)

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