„69,5te“ Festspiele

Events voll farbiger Vielfalt: In Bad Hersfeld hat „Ein anderer Sommer“ begonnen

Eine Apotheke voller Geschichten: Alef, der Geschichtenapotheker (Jacek Klinke), ist einer der Erzähler des Theaters Anu, das mit seiner poetischen Inszenierung den Zauber von 1001 Nacht in den Stiftspark bringt.
+
Eine Apotheke voller Geschichten: Alef, der Geschichtenapotheker (Jacek Klinke), ist einer der Erzähler des Theaters Anu, das mit seiner poetischen Inszenierung den Zauber von 1001 Nacht in den Stiftspark bringt.

Märchenhaft, wortgewaltig und tatsächlich anders: So hat am Freitagabend in Bad Hersfeld das alternative Kulturprogramm „Ein anderer Sommer“ begonnen.

Als „69,5te“ Festspiele bezeichnete Intendant Joern Hinkel bei der Medienprobe am Donnerstagabend scherzhaft das Programm, das einen künstlerischen Ausgleich zu den wegen Corona abgesagten 70. Bad Hersfelder Festspielen darstellen soll. „Der Wunsch, trotz Absage etwas zu machen, war in diesem Jahr besonders groß“ berichtet Hinkel.

Fotos I: Auftakt "Ein anderer Sommer" in Bad Hersfeld

Obwohl das Organisationsteam hinter den Kulissen diesmal deutlich kleiner als sonst ist, seien alle „erfindungsreich und sehr inspiriert“ an die Umsetzung gegangen. Hinkel lobte die „Vielfalt und Farbigkeit“ der über 100 Veranstaltungen, die in den kommenden fünf Wochen in und rund um die Stiftsruine sowie an vielen, auch ungewöhnlichen Spielorten im ganzen Stadtgebiet stattfinden.

Rund 350 000 Euro beträgt der Anteil der Festspiele am Programm des „anderen Sommers“. Hinzu kommen die Etats der anderen beteiligten Kulturschaffenden. Möglich wird dies auch durch das Engagement von Sponsoren und Spenden. Für die Festspiel-Veranstaltungen stehen allen 7200 Karten zur Verfügung, die bei einer Auslastung von 85 Prozent kostendeckend sein sollen. Genaue Zahlen über den Vorverkauf liegen nicht vor. Joern Hinkel sagt, er sei bislang „sehr zufrieden“, hoffe aber, dass vor allem die Freiluft-Events noch besser angenommen werden, was natürlich auch wetterabhängig sei.

Ungewohnt anders ist auch die Anmutung der Stiftsruine: Dort ist keine Zuschauertribüne eingebaut, die Besucher schauen auch nicht in Richtung Apsis, sondern zum Haupteingang, wo eine etwa ein Meter hohe Bühne aufgebaut ist. Auf dem gekiesten Ruinenboden stehen 250 weit auseinandergezogene Sitzplätze für das Publikum zur Verfügung, sodass alle Abstandsregeln eingehalten werden. Umrahmt wird die Stiftsruine von den weißen Pavillons des Theaters Anu aus Berlin, in dem die Märchen aus 1001 Nacht in poetischer Anmutung lebendig werden. 

Buntes Programm am Wochenende

Mit den „Geschichten vom Anfang“, einem Orgel- und Jazzkonzert, sowie den ersten Geschichten des Theaters Anu hat am Freitagabend das Programm begonnen. Am Samstag stehen die Premiere von „Marrakesch, Madrid“ und „Galileis Nachtgedanken“ sowie weitere Konzerte und poetische Rundgänge durch die weiße Welt der Pavillons des Theater Anu auf dem Spielplan. Für die meisten Vorstellungen sind noch Karten verfügbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare