Wahlen am 18. September

Backhaus tritt in Hersfeld an: CDU-Spitze schlägt MSO-Schulleiter für Bürgermeisteramt vor

Das Bild zeigt Karsten Backhaus am Stadtrelief in Bad Hersfeld, wo er mit beiden Händen auf das Rathaus zeigt.
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Das Ziel fest im Blick: Schulleiter Karsten Backhaus (CDU) will Bürgermeister in Bad Hersfeld werden. Am Stadtrelief zeigt er auf das Rathaus. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf Kreuzchen oben rechts klicken.

Karsten Backhaus soll für die CDU als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld am 18. September antreten.

Bad Hersfeld – Der Stadtverbandsvorstand und die CDU-Fraktion im Stadtparlament haben den 54-jährigen Leiter der Modellschule Obersberg (MSO) am Mittwochabend einstimmig für das Amt vorgeschlagen. Am 28. Januar soll der CDU-Stadtverband abschließend über die Kandidatur entscheiden.

„Wer zuerst am Markt ist, der hat einen Vorsprung“, erklärt Backhaus, warum er als erster Kandidat seinen Hut in den Ring wirft. „Ich glaube, Bad Hersfeld kann mehr, und ich kann etwas für Bad Hersfeld tun“, begründet er seine Kandidatur. Die Festspielstadt verkaufe sich oft unter Wert und habe nicht die öffentliche Wahrnehmung, die sie eigentlich verdient, sagt Backhaus, der für die CDU auch im Kreisausschuss sitzt und als Schulleiter weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Als wichtigstes Ziel nennt Backhaus die Belebung der Innenstadt

Für das Bürgermeisteramt qualifiziere ihn unter anderem auch seine Erfahrung als Schulleiter, sagt Backhaus und verweist auf die erfolgreiche Arbeit an der Modellschule Obersberg. Unter seiner Leitung habe sich die MSO zu einer eigenen Marke entwickelt. Viele Erfahrungen aus der Schulleitung könne man auf die Stadtpolitik übertragen, glaubt Backhaus, und setzt dabei auch auf seine Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Interessengruppen zu vermitteln und Mehrheiten zu suchen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. „Meine politische Heimat ist die CDU, aber ich will auch frei sein, um für alle Bürger da zu sein“, sagt Backhaus, der ankündigt, vor der Wahl mit allen Fraktionen das Gespräch zu suchen.

Als wichtigstes politisches Ziel nennt der studierte Wirtschaftspädagoge die Belebung der Innenstadt. „Die Sicherheit der Bürger ist dabei für mich ein wichtiger Faktor.“ Er wisse, dass sich viele Menschen in der Stadt unsicher fühlen, „das ist ein Problem“. Auch die Sanierung der maroden Stadtstraßen und den Ausbau des Fahrradwegenetzes würde Backhaus als Bürgermeister vorantreiben wollen. Weitere politische Themen will er im Laufe des Wahlkampfes benennen.

Weitere Kandidaten sind wahrscheinlich

Karsten Backhaus ist der erste Kandidat, der sich um die Nachfolge von Bürgermeister Thomas Fehling bewirbt, der im Interview mit unserer Zeitung angekündigt hatte, nicht erneut antreten zu wollen. Dem Vernehmen nach wird die SPD Anfang März einen eigenen Kandidaten benennen. Favorit ist hier der Fraktionsvorsitzende Karsten Vollmar. Auch Grüne, FDP und FWG prüfen, ob sie eigene Kandidaten ins Rennen schicken. Gewählt wird am Sonntag, 18. September.

Ein „bunter Hund“ ohne Berührungsängste

Karsten Backhaus hat viele Gesichter: Man kennt ihn als Schulleiter mit Anzug und Krawatte ebenso wie mit Schutzhelm und Motorsäge beim Holzmachen im Wald oder als DJ, der Malle-Musik spielt und auch selbst ordentlich feiern kann.
Eben das überzeugt den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Jan Saal, der als Lehrer Backhaus auch als Vorgesetzten an der Modellschule Obersberg (MSO) kennt.

„Karsten Backhaus ist ein bunter Hund, er ist überall bekannt und kann auf alle Menschen zugehen“, sagt Saal. Für die CDU war es selbstverständlich, einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl aufzustellen. An Backhaus überzeuge seine große Erfahrung unter anderem im Bereich der Personalführung und seine vielen fachlichen und menschlichen Kompetenzen. Backhaus spreche Menschen aller Altersgruppen an und wolle vor allem auch junge Leute in seinem Wahlkampfteam einbinden, erklärt Saal.

Backhaus sitzt für die CDU im Kreistag und dort im Kreisausschuss

Er ist deshalb überzeugt, dass die Mehrheit des CDU-Stadtverbands dem Vorschlag ihres Vorstands folgen wird – wohlwissend, dass Backhaus, der lange Jahre als SPD-Mitglied in der Gemeindevertretung von Neuenstein aktiv war, deshalb auch von einigen kritisch gesehen wird.

Der 54-jährige Wirtschaftspädagoge Backhaus stammt aus Neuenstein und lebt dort im Ortsteil Gittersdorf. Nach dem Abitur an der Modellschule im Jahr 1987 absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Köln und arbeitete danach als kaufmännischer Angestellter in Bad Hersfeld, bevor er 1991 sein Wirtschaftsstudium in Kassel begann. Seit dem Referendariat an den Beruflichen Schulen in Bebra arbeitet er an der Modellschule Obersberg, deren Leiter der Oberstudiendirektor seit 2011 ist.
Backhaus sitzt für die CDU im Kreistag und dort im Kreisausschuss. Er hat zwei Töchter und ist in vielen Ehrenämtern aktiv.

Mit der Festspielstadt fühle er sich seit seiner Kindergartenzeit in der Nachtigallenstraße eng verbunden

„Ich liebe die MSO durch und durch und hätte keinen Grund zu gehen“, sagt Backhaus im HZ-Gespräch. Dennoch reize ihn die Herausforderung im Rathaus von Bad Hersfeld. Mit der Festspielstadt fühle er sich seit seiner Kindergartenzeit in der Nachtigallenstraße eng verbunden. „Hersfeld war für mich immer etwas Besonderes“, sagt er. Umso mehr schmerzt ihn, dass sich die Stadt unter Wert verkaufe und sich selbst viel zu oft schlecht rede.

„Ich bin empathisch und kann mit allen Menschen arbeiten“, sagt Karsten Backhaus von sich selbst. Er wertet es als Vorteil, bislang nicht in der Stadtpolitik aktiv gewesen zu sein. Der unverstellte Blick von außen auf die oft kritisierten „Hersfelder Verhältnisse“ könne für einen neuen Bürgermeister nur dienlich sein, glaubt Backhaus. (Kai A. Struthoff)

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