Austausch zwischen Eltern

Diakonie bietet Kurse online an und nimmt Berührungsängste

Die Kursleiterinnen Lydia Wentland (links) und Meike Pfau begleiten junge Eltern wöchentlich jetzt auch online auf ihrem Weg. Auch der Abteilungsleiter der Jugendhilfe, Sebastian Hauer, ist von der digitalen Alternative überzeugt.
+
Die Kursleiterinnen Lydia Wentland (links) und Meike Pfau begleiten junge Eltern wöchentlich jetzt auch online auf ihrem Weg. Auch der Abteilungsleiter der Jugendhilfe, Sebastian Hauer, ist von der digitalen Alternative überzeugt.

Wegen der Corona-Pandemie bietet die Jugendhilfestation der Diakonischen Werke im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg jetzt auch digitale Kurse für Eltern an.

Bad Hersfeld – Seit mehr als 15 Jahren bietet die Jugendhilfestation der Diakonischen Werke im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg PEKiP-Kurse an. Neu ist seit Januar pandemiebedingt die Möglichkeit, die Kurse digital wahrzunehmen. „Wir können noch nicht absehen, wann es wieder Präsenzkurse geben wird, aber es ist uns wichtig, Eltern den Austausch untereinander zu ermöglichen“, betont Meike Pfau, die seit drei Jahren PEKiP-Kurse gibt.

Ihre Kollegin Lydia Wentland ist seit zehn Jahren dabei und ergänzt: „PEKiP basiert auf vier Bausteinen. Der Kind-Kind-Kontakt klappt digital zwar nur eingeschränkt, aber der Rest funktioniert.“ Das Prager-Eltern-Kind-Programm für Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr baut außerdem auf dem Kontakt zwischen den Eltern, zwischen Eltern und Kindern sowie auf dem ebenfalls wichtigen Punkt auf, die Entwicklung zu begleiten. „Die Qualität ist eine andere, aber sie ist nicht unbedingt schlechter“, ergänzt Pfau.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen zudem, dass sich die Kinder auch freuen, andere Kinder auf dem Bildschirm zu sehen. Auch für Eltern, die ihre Kinder nicht so rasch mit digitalen Medien in Kontakt bringen wollen, haben die beiden Kursleiterinnen einen Tipp: Das Endgerät einfach in Sicht- bzw. Hörreichweite für den Erwachsenen aufstellen, aber so, dass es dem Kind nicht besonders präsent ist. Weitere Bedenken und Ängste lassen sich auch einfach in einem Telefonat klären.

Während bei den Präsenzkursen maximal acht Teilnehmer erlaubt waren, sind es online maximal sechs. Dafür wurde aber auch die Kurslänge von ursprünglich zehn Mal halbiert. Die Kurse finden einmal wöchentlich statt, doch ist die Anzahl zurückgegangen. Aktuell sind es etwa drei bis vier pro Woche, während es vor einem Jahr noch fünf bis sechs waren. Die Gruppen werden nach möglichst ähnlichem Alter der Kinder - maximal acht bis zehn Wochen Unterschied - gebildet. Wer nach einem Kurs weitermachen will, kann PEKiP auch verlängern. „Jedes Kind ist anders, so macht es Sinn, bei dem zweiten Kind ebenfalls einen PEKiP-Kurs zu besuchen“, meint Wentland. „Eine Mutter meinte einmal, ihr sei die Zeit mit ihrem ersten Kind bei PEKiP so wichtiggewesen, und das wolle sie auch ihrem zweiten Kind ermöglichen.“ Alle Angemeldeten erhalten per Mail einen Link zur Microsoft Team-Sitzung sowie weitere Tipps, was für den Termin vorzubereiten wäre. „Wir schreiben etwa hinein, dass die Eltern ein Tuch und ein Butterbrotpapier bereitlegen sollen, damit die Kinder die unterschiedliche Haptik austesten können“, sagt Wentland oder es gibt Hinweise dazu, welche Spielsachen sich für den Termin gut eignen.

Wer bei den Einrichtungen bei vor Ort keinen Platz bekommt, kann es durch das digitale Angebot auch kurzerhand in weiter entfernten Städten probieren – ganz ohne Zeitdruck, Fahrtweg oder Parkplatzsuche. Das stellt einen Vorteil des digitalen Angebots dar. Ein weiteres Angebot der Diakonie ist der Kaffeeklatsch, der vor Corona noch in Gruppen stattfand und jetzt als Einzeltermin weiterhin vor Ort möglich ist, um rauszukommen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neutrale Meinungen einzuholen. (Daniel Blöthner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare