Pflegeheim-Projekt

Ausschuss kippt Entscheidung des Ortsbeirats

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Blick vom Efeuweg: Das neue Pflegeheim – hier eine erste Studie – würde auf ebenerdiger Fläche entstehen, im oberen Bereich abterrassiert.

Bad Hersfeld – Von den Argumenten des Ortsbeirats für eine Ablehnung des Pflegeheimprojekts auf dem Johannesberg war der Planungsausschuss nicht überzeugt. Er empfiehlt Zustimmung.

Der Ablehnung im Ortsbeirat folgte die prompte Kehrtwende im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt: Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung von Seiten der SPD wurde der Bebauungsplan für das Pflegeheim-Projekt im Bad Hersfelder Stadtteil Johannesberg der nächste Woche tagenden Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss empfohlen.

Wie berichtet hatte sich der Ortsbeirat mit diffuser Argumentation gegen das Vorhaben ausgesprochen, mit dem 36 Wohnplätze für jüngere Menschen mit Pflegegrad III und einer seelischen Behinderung geschaffen werden sollen. Standort des Neubaus soll das Gelände der vom Bistum zum Verkauf stehenden katholischen Kirche St. Wigbert im Efeuweg sein.

Die Bedenken der Johannesberger, denen die Nähe zum Kindergarten suspekt war und die Parkplatzprobleme sahen, teilte der Ausschuss nicht. Erst recht nicht, nachdem Bauamtschef Johannes van Horrick mitgeteilt hatte, dass während der Offenlage des Bebauungsplanes keine einzige Stellungnahme eingegangen war. Auch die evangelische Kirche als Betreiber der Kindertagesstätte hatte keine Einwände, obwohl durch den Neubau auch der zwischen beiden Kirchengebäuden befindliche „Platz der Begegnung“ etwa halbiert werden würde. Eine zwischenzeitlich angedachte Erweiterung des Kindergartens um das Grundstück der katholischen Kirche war ebenfalls kein Thema mehr gewesen.

Offenbar irritiert vom Nein des Ortsbeirats wurde im Ausschuss gefragt, ob es möglicherweise Vorbehalte gegen die Bewohner des Pflegeheims gebe. Rolf Malachowski (FDP) stellte jedenfalls kurz und bündig fest, dass für ihn die 20 in Aussicht gestellten Arbeitsplätze das entscheidende Argument seien.

Das von der Korian-Gruppe geplante Vorhaben soll nach Angaben von Dorothea Brodehl, die das Projekt entwickelt hat, in einer Bauzeit von 13 Monaten verwirklicht werden. Hinzu kämen etwa drei Monate bis zur Erteilung der Baugenehmigung.

VON KARL SCHÖNHOLTZ

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