Geschädigte blieben Gerichtstverhandlung fern

Ausraster in Hersfelder Sauna-Club: Bewährungsstrafe für 39-Jährigen

Symbolbild Gericht HNA
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Weil er in einem Bad Hersfelder Sauna-Club zwei Männer geschlagen hatte, musste sich ein 39-Jähriger jetzt in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten.

Weil er in einem Bad Hersfelder Sauna-Club zwei Männer geschlagen hatte, musste sich ein 39-Jähriger jetzt in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten.

Anlass und Hintergründe des Vorfalls, bei dem zwei Polen am 1. November vorigen Jahres in einem Bad Hersfelder Sauna-Club heftige Schläge bezogen, waren vor Gericht nicht mehr zu klären. Die beiden Geschädigten, die als Zeugen hätten aussagen sollen, waren nämlich nicht erschienen.

Für Richterin Silvia Reidt und ihre beiden Schöffen traf es sich deshalb gut, dass der 38-jährige Angeklagte und sein Verteidiger Artak Gaspar nicht mauerten. Ein umfängliches Geständnis und die Schilderung von Lebensumständen, die den einmaligen Ausraster nachvollziehbar erscheinen ließen, ermöglichten sogar den Verzicht auch auf die weiteren Zeugen.

Passiert war Folgendes: Der Deutsch-Russe und zwei Kumpane waren am Tatabend voll des Alkohols in das Etablissement an der Erfurter Straße gestürmt und waren mit den Polen wohl grundlos in handgreiflichen Streit geraten. Sie wurden des Etablissements verwiesen, kehrten jedoch kurz darauf zurück. 

Es kam zu weiteren Schlägen mit erheblichen Blessuren für die Polen und der Forderung nach 500 Euro. Anderenfalls würde es Ärger mit sämtlichen Russen der Stadt geben, lautete die Drohung.

Bevor die herbeigerufene Polizei eintraf, waren die Schläger jedoch wieder verschwunden.

Familienvater berichtet von schlimmer Lebensphase

Vor Gericht berichtete der angeklagte Familienvater von einer schlimmen Lebensphase mit Erkrankungen, Depressionen und zu viel Alkohol, die ihn vorübergehend aus der Bahn geworfen habe. Mittlerweile habe er wieder in die Spur gefunden, habe Arbeit und nehme auch keine Medikamente mehr. Vorbestraft war der 39-Jährige auch nicht.

Mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird, entsprach das Urteil den Anträgen von Staatsanwältin Christina Dern und Verteidiger Gaspar. Als spürbaren Teil verhängte das Gericht eine Buße von 1000 Euro.

Im Einverständnis aller Beteiligten wurde das Urteil sogleich rechtskräftig. 

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