Allgemeinverfügungen aufgehoben – Jetzt gilt die Bundes-Notbremse

Ausgangssperre auch im Kreis erst ab 22 Uhr

Um eine Stunde verkürzt sich ab sofort die Ausgangssperre im Landkreis. Wer allein unterwegs ist, darf bis Mitternacht vor die Tür. Das legt die Bundes-Notbremse fest, die nun auch vollumfänglich in Hersfeld-Rotenburg gilt, wie der Landkreis am Montag mitteilte. Unser Symbolfoto zeigt die Altstadt von Marburg.
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Um eine Stunde verkürzt sich ab sofort die Ausgangssperre im Landkreis. Wer allein unterwegs ist, darf bis Mitternacht vor die Tür. Das legt die Bundes-Notbremse fest, die nun auch vollumfänglich in Hersfeld-Rotenburg gilt, wie der Landkreis am Montag mitteilte. Unser Symbolfoto zeigt die Altstadt von Marburg.

Die Regeln der Bundes-Notbremse gelten jetzt doch vollumfänglich für den Kreis Hersfeld-Rotenburg. Das bedeutet auch, dass die Ausgangssperre im Kreis erst ab 22 Uhr greift.

Hersfeld-Rotenburg - Über die neue Regelung hat das Landratsamt am frühen Montagabend informiert.

Formal hat der Landkreis zuvor seine beiden Allgemeinverfügungen aufgehoben, die er erst kürzlich bis zum 2. Mai verlängert hatte. Ende der vergangenen Woche hatte der Landkreis zudem noch mitgeteilt, die teils schärferen Regeln der Allgemeinverfügungen – zum Beispiel die Ausgangssperre ab 21 Uhr – würden trotz Einführung der Notbremse weiterhin Bestand haben. Das gilt nun nicht mehr.

„Durch die beschlossene Bundes-Notbremse haben wir nun Maßnahmen, die bundesweit gelten. Diese wollen wir auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg umsetzen. Wenn die Bundesregelung überhaupt einen Vorteil bringt, dann sind es flächendeckende, einheitliche Regelungen“, begründet Landrat Dr. Michael Koch (CDU) den Schritt.

Alle wichtigen Regeln im Überblick:

Kontakte

Die Kontaktbeschränkungen gelten jetzt nicht mehr nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Bereich, heißt es aus dem Landratsamt. Erlaubt sind demnach Treffen von einem Haushalt mit einer weiteren Person (bei einer Inzidenz von über 100). Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit. Bei einer Inzidenz bis 100 sind Treffen von zwei Haushalten erlaubt. Die Inzidenz im Kreis liegt derzeit bei 247,1.

Ausgangssperre

Durch die Bundes-Notbremse gilt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ab sofort die geänderte Ausgangsbeschränkung zwischen 22 bis 5 Uhr. Joggen und Spaziergänge bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine.

Schulen und Kitas

Bei den Schulen und Kindergärten ändert sich aufgrund der hohen Inzidenz im Kreis grundsätzlich nichts: Bei einer Inzidenz über 165 ist der Präsenzunterricht in Schulen und die Regelbetreuung in Kitas untersagt. Eine Notbetreuung wird nach Angaben des Landkreises aber gewährleistet. Mögliche Ausnahmen bilden die Abschlussklassen.

Sport

Berufssportler und Leistungssportler der Bundes- und Landeskader können weiterhin trainieren und Wettkämpfe austragen – allerdings ohne Zuschauer und unter Beachtung der Schutz- und Hygienekonzepte. Für alle anderen Sportler gilt: Die Ausübung des kontaktlosen Individualsports ist alleine, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes möglich. Ausnahme: Kinder bis 14 Jahre können draußen in einer Gruppe mit bis zu fünf anderen Kindern kontaktfrei Sport ausüben. Die Sportplätze im Landkreis bleiben geschlossen.

Friseure und Fitness

Die sogenannten körpernahen Dienstleistungen sind nur zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken und nur mit FFP2-Maske zulässig. Ausnahmen sind der Friseurbesuch und die Fußpflege, wobei jeweils ein negativer Coronatest vorgelegt werden muss. Kosmetik- und Tattoostudios müssen schließen, ebenso Fitnessstudios und Solarien.

Öffnung von Geschäften

Geöffnet bleiben der Lebensmittelhandel einschließlich Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel. „In allen Fällen bleiben natürlich die Beachtung entsprechender Hygienekonzepte und die Maskenpflicht Voraussetzung“, teilt der Landkreis mit. Insbesondere sei beim Einzelhandel des erweiterten täglichen Bedarfs eine begrenzte Kundenzahl erlaubt. Das richte sich aber nach Größe des Geschäfts.

„Click and meet“

Einkaufen mit Termin („Click and meet“) ist grundsätzlich nur bis zu einer Inzidenz unter 150 erlaubt – im Landkreis vorerst also nicht. In allen weiteren Geschäften sei Einkaufen mit Termin und einem aktuellen negativen Testergebnis weiterhin möglich. Ebenso bleibt der Dienstleistungsbereich, soweit nicht ausdrücklich genannt, offen: zum Beispiel Fahrrad- und Autowerkstätten, Banken und Sparkassen sowie Poststellen. Diese Regelungen gelten jetzt auch für Baumärkte, die nicht mehr pauschal geöffnet sind. Alle Geschäfte, die bis zu einer Inzidenz von 150 Terminshopping anbieten durften, müssen ab dieser Stufe schließen. „Click and collect“, also das Abholen und Liefern von Waren bleibt weiterhin möglich.

Restaurants und Hotels

Die Gastronomie und Hotellerie, Freizeit- und Kultureinrichtungen müssen geschlossen bleiben. Abholung- und Lieferdienste sind weiterhin möglich.

Bus und Bahn

Wer Bus oder Bahn fährt, muss eine FFP2- oder medizinische Maske tragen.

Von Sebastian Schaffner

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